Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1854-12-01 · Heft 3 (Dezember 1854) · p. 167

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 3 (Dezember 1854)
Article
Pariser Zustände
Date
1854-12-01
Page
167 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2932754-2932807-2932811-2938142--00256-2938215
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Pariser Zustände. 167 Eindruck und ihre wobltbätigeu Wirkungen schwächen. An jeden! Feste gleichwohl, fast an jedem Sabbatb, wo nach der Schuft alle Ereaturen vor dein Ewigen sich beugen sollen, beugen wir das^Knie vor der Majestät — der Reform. So wird seit einigen Monaten אנעים זמירוח vor קריאה ההורה gesungen, weil Ulan bemerkt batte, daß viele Andächtigen den Tempel verließen, bevor sie diesen erhabenen Gesang gehört hatten. Bald wird mau ebenso das .מוסח Gebet iw ק׳ה׳ה Plaeiren müssen, weil viele Leute vor diesem Theil des Morgengottesdienstes sortgehen; so wird man endlich die ganze Ordnung des heiligen Gottesdienstes umkehren —- und mit den! Ende beginnen müssen! Wo wird man stille stehen auf diesem Wege der Willkühr und der Gedankenlosigkeit!? . —• — —- -- Wir glauben unsere Aufgabe, unsere Pflicht als Berichterstatter und Beurtheiler gewissenhaft erfüllt zu haben. Wir hätten noch Manches über Manches und —- wider Manches zu sagen; allein man schenkt schon ohnehin dem jüdischen Schriftsteller, der die Eingebungen seines Gewissens der Oeffeutlichkeit zu übergeben wagt, wenig Nachsicht, wie sehr er auch sie zu mildern und ihnen jede verletzende Schärfe zu benehmen sich bemühe — — — Möge der Himmel uns die messianischen Zeiten erleben lassen, wo alle Welt mur Lob und Belohnung verdienen und der Tadel—wie die Sünde von der Erde geschwunden sein wird, wo sich die kritische Feder in einen Lorbeerzweig verwandeln kann, um alle Eonsistorien, alle Rabbinen, alle Verwaltungen und alle Beanite zu krönen. Bis dabin verlassen wir unfern Posten nicht unb erfüllen mit Hingebung unsere schwierige und mühevolle Aufgabe. Schwebt uns doch das einzige Ziel vor, daß das französische Judenthum den ihm im Gesannntjudenthum gebührenden Rang einnehme — und ausfülle. Die Blicke aller unserer Bruder aus allen Ländern sind auf die Israeliten Frankreichs gerichtet. Werden wir ihnen ein Gegenstand des Trostes, der Ermuthigung, der Hoffnung! Große Dinge bereiten sich für Israel vor; Gott wird sich seines Volkes und seines Bundes mit unseren Vätern erinnern. Wir haben unfern Roseh Haschanah gehabt, den Jahrestag der Weltschöpfung, den Tag des Gerichtes, wo Adam-Israel, um seiner Vergehen willen aus dem Paradiese, aus Palästina, seinem schönen und herrlichen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.