Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1854)
- Article
- Pariser Zustände
- Date
- 1854-12-01
- Page
- 166 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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f\. .,ö / jK*-e. t. aww / 166 Gemeindcwcsc». 3״h! kuren Freuden- und Festtagen blaset Posaunen bei euren Gau;- opfern und euren Friedcnopfern." 3lber in Paris — null man die Posaunen wobl gerne erschallen lassen, — aber man unterdrückt das Opfer! Und nun in dem?lugenblicke, wo man den Jahrhunderte berab geheiligten religiösen Gebräuchen so wenig?lchtung zollt, wiederholen unsere Choristen zwanzigmal nack einander :;חדש ימינו כ^רס ״Gib uus die Tage unserer Vergangenheit wieder!" Nicht ernst geuug können wir unS gegen diese uuerbörten Wiederholungen erbeben, die wahrhaftig die!׳eiligen Stätten entweihen, daS Gebet zu Opernstanzcn umwandcln und den Gottesdienst, dem man ja nicht müde wird seine lange Dauer vorzuwcrscn, unnützcrweisc verlängern. Weil es dem Dirigenten und seinem Cbore gefällt stundenlang bei einem ihnen beliebigen Stücke zu verweilen, wird der ganze übrige Tbcil dcS Rituals, werden die wichtigsten und heiligsten Gebete geopfert, stillschweigend übergangen oder mit beklagenswertst überstürzender Eile rccitirt. ES wäre wabrlich einmal Zeit diese Comödien und Comödiantcn aus dem Hause des Herrn zu bannen! הרימו מכשול מדרך עמי♦ Wir verkennen wahrlich nickt die Verbesserungen, die bereits auSgcführt, noch die lobenswertsten Bemühungen dcö Vorstandes manche Fehler zu tilgen. Mehrere Gesänge wurden während der letzten Feste in seltener Vollendung ausgeführt; aber nur die alten jüdischen Melodien haben die Kraft jüdische Seelen zu rühren und fromme Empfindungen in ihnen anzuregcn. Die neuen Compositioucn sind mehr eine Schöpfung der Kunst als des religiösen Gedankens nnd darum lassen sie größtentheilS die Herzen kalt »nd unerrcgt. Die den על חטא in der pariser Synagoge gegebene Melodie hat nichts von den dem Sündcnbckcnntniß entsprechenden schüchternen und zerknirschten Tönen, ist vielmehr ein wahrhaft militärischer lustiger Marsch. Würde der Hohepriester Eli sic hören, er spräche zur Gemeinde, gehet, gehet nach Hause, schlaft euren Wein aus, ihr seid trunken, הסירי אה יינך מעליך♦ Gottesdienstliche Ccremonien bedürfen der Stabilität um Sichtung zu gebieteil und sich in die Liebe und Verehrung dcö Menschen cinzuwurzeln. Sic zu wechseln, sie jeden Augenblick zu verändern heißt sie jeder Kraft und jeden Einflusses berauben, heißt ihren