Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1854)
- Article
- Jüdische Skizzen aus Berlin
- Date
- 1854-12-01
- Page
- 156 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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A. .ü / j.fdv f~'L 1 156 Gcmcindcwkscn. fjat das auch keine Eile. Viel wichtiger aber sind uns einige vvrläusige Bemerkungen über tim selbst, mit denen wir uns in der Tbat einen Stein vom Herzen reden. Zunächst drücken wir de» rerehrlichen Redaktionen der All ge-׳ meinen Zeitung, des Grenzboten, der Berliner illusirirten Feuerspritze und andern anerkannt gcsinnungsrüchtigen Journale» herzlich die Hand, und danke» ihnen säe den biedern Freimnth und die aufopfernde Uneigennützigkett, mit der sic jetzt bei dem Erscheinen der Vermischten Schriften Heine's die Gelegenheit ergriffen, il׳n, ״den Juden", uns zu remittiren, nachdem sie ihn so lange bereitwilligst den Ihren genannt; wir danken ibncn, wiewobl wir ibn selbst noch nickt damit wie ein anderes geschätztes Blatt, unsre alte Collegin, feierlichst einbolen »nd über seine» richtigen Empfang gnitrire» wollen. Wir freuen uns recht innig darüber, das; die Günther'scbc Schule so rasch in den deutschen Gauen des - neunzehnten Zahrbnnderrs zur Blntbe gelangt ist, und woben die Herren, in ihrem Interesse, n»r ganz eindringlich gebeten haben, in dem schone» Werke foriznfabren und mit Energie und Consegucnz, nach dem strablenden Beispiele ihres Lebrers Günther, der in seiner Literaturgeschichte ״vom christlichen Standpunkt" beispielsweise Borne als ״auch ein Jude", Auerbach als einen ״Schwarzwälder Dorfjuden mit refor׳.,!jüdischen Tendenzen" und so fort, einfübrt, recht bald alle diejenigen ibrer eigenen Mitarbeiter, alle Journalisten und Schriftsteller überhaupt, und so nach und nach alle Künstler, Denker, endlich alle Diejenigen, die irgend Großes, Ausgezeichnetes geleistet und die Jude» gewesen sind oder cs noch sind — denn mit feinein Takt und edler Toleranz ist das von je unbeachtet geblieben — uns zu nennen und gcrechterweisc auch aus ihren Reihen, ans ihren Geschichten der Philosophie, Literatur, Kunst u.s.f, und gcrechtcrweise auch von Bühne, Katheder, Akademie, Staatskauzlci, Kanzel u.s.f. zu stoßen.-Wir werden sie, wen» sie dessen würdig geblieben, gern wieder in unsre Milte anfnebmcn. Aber augenblicklich gebührt der Allgemeinen der erste Kranz; sie, die Heine, ihrem glänzendsten Corrcspondenten, eingestandenermaßen so unge- Heuer viel verdankt, und dessen Sprache die meisten ihrer seitherigen Korrespondenten heute noch nachzulallen sich anstrengen, war die erste, die seine, freibeuterisch abgcklatschten, Confcssions mir dem tiefgefühlteften ״Hcp, hep" begleitete. Welch' edle Selbstverleugnung!...