Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 2 (November 1854)
- Article
- Die jüdischen Ceremonialgesetze
- Date
- 1854-11-01
- Page
- Seite 76 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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76 Di« jüdischen Ceremonialgesctze. gesetzt hörten, so spricht dasselbe außer von Mordnnd Blutschande, kaum von einem der ״Moralgcsetzc." Und als wollte das göttliche Wort auch dem Wahne im Voraus begegnen, als seien nur die Moralgesetze ewig, die Ecrcmonialgcsctze aber dem Wandel der Zeiten und Lander unterworfen, findest du vorzugsweise bei ״Ccremonialgesetzen" den warnenden Beisatz: לדורוח□ /לדורוחיכם ״für alle Geschlechter" ״ חוקה עולבשein ewiges Gesetz" בכל ״ מושבותיכםwo ihr auch wohnen mögen״ Die ersten, gleichsam constitnirendcn Gesetze, die Gott Israel gab, waren — Eercmonialg esetze! Bcschneidung dem Abrabam, — Spannader dem Zakob, — Peßach, Mazzah, Maror, Thcfillin, Bechor im Momente der Erlösung, — Sabbath beim Manna noch vor der Sinaitischen Gesetzgebung-und auf B eobachtung seiner Cercmonialgesetze lege Gott selbst keinen so ernstlichen Werths Ein einziges Gesetz unter asten Gesetzen hebt die Lcviticus 33 gegebene Verkündigung des einstigen über Israel einbrechcnden Unglückcs gleichsam als Kernpunkt der Verschuldung hervor, und dieses Eine ist — die vernachlässigte Sabbathruhe des Ackers, ein Ceremonialgesetz! (siehe das. V. 34. 35.) Und als diese Verkündigung in Erfüstung gehen sollte, als schon daS verkündete Unglück im Begriff war hereinzubrechen, sendct Gott wiederum seinen Diener Jirmijahu und verspricht die Ab- Wendung alles Unglücks, verspricht den Anbruch der glücklichsten, hcilvollstcn Zukunft für die Erfüllung eines einzigen Gesetzes, nnd dieses Eine ist wiederum ein Cercmonialgcsctz, ist wiederum, im Einklänge mit der bereits i,!, Pentateuch voraus angedeuteten Kardinalvcrsündigung, dasselbe Ceremonialgesetz, die Sabbathfcierl! (Siehe Jerem. Kap. 17, Vers 19—27.) Und solchen, den ernstesten Ernst in sich tragenden Fakten gegenüber, sollte dieser ganze Wahn nicht in sein Nichts zerfallen, sollten wir noch sortfahren zu glauben, es sei auf jüdischem Boden eine solche Scheidüng zwischen Gotteswort und GotteSwort zulässig, sollten wir noch fortfahren zu glauben, wir dürften uns immerhin Juden nennen, wenn wir auch kühn die Ceremonialgesetze des Judenthumö übertreten, ja, dürften