Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 2 (November 1854)
- Article
- Die jüdischen Ceremonialgesetze
- Date
- 1854-11-01
- Page
- Seite 75 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2932754-2932807-2932810-2937997--00106-2938068- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Dir [übl|fijcn Ceremontalgrsche. 75 schriebenen Gesetze, die, wenn sie auch nicht geschrieben wären, von der menschlichen Einsicht als Gesetz gefordert würden, wie Gesetze über Diebstahl, Götzenthum, Gotteslästerung, Mord. Wären diele nicht geschrieben, unsere Einsicht hätte gefordert, daß sie geschrieben werden. ״Chuckim״ sind Gesetze,שיצר הרע מעיב עליהם ואומות העולם ׳משיבין עליהם welche die Sinnlichkeit und die nichtjüdische Welt bekritteln, wie: das Verbot deö Schweincsicisches, Schaatncß, Chalizah, Reinigung deö Aussätzigen, Sendcbock am Vcrsöhnungstag. Weil diese Gesetze von der Sinnlichkeit und der nichtjüdischen Welt bekrittelt werden, darum der Beisatz: ת״ל אני ה׳ חקקתים איז את רשאי להשיב עליהם »»Ich Gott!"" Ich, Gott habe sie verordnet, du bist nicht berechtigt, sie zu bekritteln." Siehe da die ganze Summe der modernen Weisheit! Mischpatim uck^Chuckim! Zwei Reihen Gesetze enthält das Judenthnm. Mischpatim», Gesetze, die unserer Einsicht Zusagen, die, wenn sie nicht in! Gvttesworte stünden, ein Postulat unserer Einsicht wären; cs sind dies eben die Moralgesetzc, die auch vor dem Forum der heutigen Kritik noch Gnad^mden. Aber diese Gesetze sind mit Nichten das ganze Judentum; das Judenthum hat auch Chuckim, Gesetzes die wir nicht statuiren würden, wenn sic nicht gegeben wären, und an denen auch, nachdem sic gegeben, von je her die sinnliche Natur des Menschen und die nichtjüdische Welt Anstoß genommen — und die man heutzutage als ״Ccrcmonialge setze" bezeichnet. Beide zusammen mache» das Judenthnm ans. Nur wenn du beide mit gleichem Ernst, mit gleicher Gewissenhaftigkeit erfüllest, bist du Jude. Lies das göttliche Gesetz, gieb'ö deinen Kindern in Händen, zeige ihnen, mit welchem Ernst Gott nicht nur auf Erfüllung der Mischpatim dringt, mit welchem Ernst er die Erfüllung der Ehnckim, der ״Ceremonialge setze", fordert. Wie er Entartung, Vernichtung und Untergang als Folge an ihre Verletzung knüpft, und Heiligung und Wohlergehen aus ihrer Beachtung verspricht. Und weil eben Chuckim den Kamps mit der Sinnlichkeit, und mit der Verkennnng der nichtjüdischen Welt zu bestehen haben, darum hebt daS göttliche Wort gerade Chuckim viel öfter, viel ausführlicher, viel eindringlicher hervor. So wie wir oben das Gotteswort über Beschneidung und Sabbath und Speise-