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Jeschurun · 1854-10-01 · Heft 1 (Oktober 1854) · p. Seite 61

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 1 (Oktober 1854)
Article
Die Leher-Conferenz zu Crefeld
Date
1854-10-01
Page
Seite 61 (sequence 3)
Language
German
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Lehrrr-bonserknz zu Crcfcld. 61 Asch verliest einen von ihm verfaßten Aufsatz über Schulzucht, dem die Versammlung Beifall schenkt, und, nachdem Oberlehrer Lntomirökn aus Rotterdam, als Abgeordneter der CTcufcvciij für Südholland, sich eingefunden, legt Präsident der Versammlung die Frage vor : auf welche Weise der Religionsunterricht zweckmäßiger eingerichtet, ertheilt werden könne. Wolssdorf sei).: Schon oft sei wohl gerechte Klage über die Theilnahmlosigleit der Schüler bei diesem höchst wichtigen Unterrichte geführt worden. Die Ursache liege aber in denn Lehrer und dem Unterrichte selbst. Das Kind wird stets mit Auswendiglernen, einem Frag- und Autwortspiet geguält, und wie mag es uns wundern, wenn der Zweck auf diese Weise verfehlt wird? Sei ja Religion nicht Gedächtnißsache! Umsonst sei alles Mühen, ist der Lehrer nicht selbst ein Alaun von wahrer Frömmigkeit, dem die Religion nicht in Worten, sondern im Herzen lebt. Nur diese allein vermöge zu dem empfänglichen Geiste des Kindes zu reden. Religion, das Bewußtsein von Gort und der Zug zu ihm, sei dem Geiste eingeboren. Der Unterricht.könne die Religion nur entwickeln helfen. Darum leite mau das Kind nur dahin, daß es einen heiligen Eifer für das Religiöse, in sich ausnehme, und biete ihm zum Ouell religiöser Belehrung unser einfaches Gebetbuch mit seinen-erhabenen-Ideen über die Gottheit-, gewiß werde der Unterricht alsdann die Aufmerksamkeit des Kindes fesseln und ihm noch in später« Jahren die Erinnerung an diese Stunden wohlthun Präsident: Warum sollen wir bei dem heiligsten Unterrichtsgegenstände, der Religion, die Wahrheiten ans derzi Gebelbnche ziehen und die „Thora"" übergehen, aus welker jenes Buch nur Bruchstücke enthält und das Uebrige seinen Ursprung einer weit spätern Zeit verdankt! Sei ja die Thora der Lebensgnell, ans dem am lautersten zu schöpfen. Leider sei nur noch kein Buch da, das so ganz nach dieser Quelle bearbeitet. Auch das Büdingersche Werk sei in wesentlichsten Theilen der jüdischen Religionslehre mangelhaft, obgleich es übrigens den Anforderungen ziemlich entsprochen. Wolfsdorf jim.: Bon der Schule ans müsse auch über die Synagoge eine Weihe verbreitet und schon in der Schule der Geist des Kindes zur Andacht geweckt werden. Präsident bebt besonders hervor, das religiöse Leben der Kinder sei keiil jüdisches, wenngleich Netigionsunterricht ertheilt werde. Es gehe Schule und Hans hier nickt Hand in Hand; wenn dort auch noch das Leben religiös sei, so geschehe hier in dieser Beziehung für die Jugend gar. nichts. . LutomirSky verwahrt die Lehrer gegen die Behauptung, als geschehe in Hinsicht der Weckung eine»? religiösen Geistes nichts in der Schule. Cr giebt zu bedenken, wie die Aufgabe des Religionsunterrichts

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