Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1854)
- Article
- Jüdisches Schulwesen
- Date
- 1854-10-01
- Page
- Seite 57 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische- Schulwesen. 57 gesorgt wird, sind's oft nur die Killder der Armen, deren Bedürfniß befriedigt wird, aber für die Kinder der bemittelten Klassen geschiebet Niwts, oder was dafür vorbanden, ist fast so gut als Nichts. Also, daß man fast dem Grundsätze zu huldigen scheint, Judentbum und Geist und Wissenschaft desselben, bestimmt jedem Stande und jeder Stellung Weibe und Werth, Schmuck und Zierde zu verleiben, sei nur noch für die Armen gut. Die Vermögenden konnten des alter: Gottesschatzes entrathen. Gicbt's doeb große Gemeinden, edle Kreise frommer, jüdischer Männer, bereit, für jedes Bedürfniß der leidenden Menschheit ibre volle Kraft und ibr letztes Scherflein zu opfern, bereit auch für die Zugend der Armen mit nicht geringen Opfern Schulen zu gründen und zu Unterbalten — und die doch zur Begründung einer Schule für ibre eigenen Kinder noch nicht die ersten Wege und Mittel zu finden wissen, und mutblos dastcben und ibr Gewissen mit dem ersten besten Beschwichtlgungsgrund beruhigen, wenn sie selbst die Ratblosigkeit gewahren, in welcher sie sich mit der großen, ibnen keineswegs gleichgültgen Aufgabe befinden, ibre Kinder zu Juden, aber zu gebildeten Juden, ihre Kinder zu gebildeten Menschen, aber im Bunde mit dem unverkümmerten jüdischen Heiligthume zu erzieben! . Und wie es an Schulen fehlt, und den meisten der vorhandenen Schulen noch viel fehlt, bis sie ihrer großen Aufgabe zu genügen vermöchten, — man denke nur an die mannigfachen Schattirungen zwi scheu der Schule im Osten, in welcher noch die ersten Elemente allgemeiner Bildung als Feinde des Jndcntbums gescheut werden, und der Schule im Westen, in welcher selbst die ersten Elemente des hebräischen Unterrichts nicht obligat sind und der sogenannte Religionsunterricht nur benutzt wird, für den Abfall vom väterlichen Hciligthum Propaganda zu machen — so fehles auch fast in allen Vorbedingungen zur Schule. Es fehlt an . Lehrern und vielen der vorhandenen Lehrer fehlt die Ertüchtigung für ihren großen Beruf, und den meisten tüchtigen Lehrern fehlt die von Kümmernissen und bittern Sorgen freie Stellung, deren, für die Frische des Gemüthö, für die Heiterkeit des