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Jeschurun · 1854-10-01 · Heft 1 (Oktober 1854) · p. Seite 58

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 1 (Oktober 1854)
Article
Jüdisches Schulwesen
Date
1854-10-01
Page
Seite 58 (sequence 5)
Language
German
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58 Jüdisches Schulwesen. Geistes, für die Freudigkeit des Wirkens, kein andrer Stand also, wie der Stand des Lehrers bedarf! Nicht einmal Bücher sind vorhanden! Für alle Facher ist gesorgt—aber Schulbücher für jüdische Schulen, Schulbücher in denen das Bedürfnisi jüdischer Schulen als leitender Gedanke die Feder geführt — sollen noch erst geschaffen werden. Nicht jedoch zur Eiitmutbigung baben wir mit diesen wenigen Zügen auf den Notbstand des jüdischen Schulwesens in der Gegenwart hingewiesen. Wir leben der frobesten Zuversicht, dasi, wenn irgendwo, cs eben auch in diesem Gebiete besser werden müsse. Nur rechtfertigen wollten wir uns, wenn nach unserer tiefsten Ueberzeugung in einem Organ, das der Forderung jüdischen Geistes ttnd jüdischen Lebens dienen möchte, die Besprechung des Schulwesens eine bedeutende Stelle entnehmen müsse. Wobl giebt es ganze Partbien in diesem Gebiete, die, specifiscb das eigentliche innere Unterrichtswesen betreffend, mebr einem eigentlichen Schulblattc Vorbehalten bleiben müssen. Allein gerade die n'cfcuturf>ftcn Lebensfragen der Schule sind es, die nur im Zusammenwirken der ganzen Gemeinde gelöst werden können, und für welche die beste Ginsicht und der beste Wille der Schulmänner allein nicht ausreichen, Wie keine andere sonst, ist die Schule eine Anstalt, die nur durch das Vertrauen des Publikums getragen werden kann, und dieses Vertrauens nicht nur zur Begründung und Erhaltung ihrer äußern Eristenz, sondern zur ganz eigentlichen Lösung ihrer wesentlichen Aufgabe bedarf. Schon zur einfachen Bestimmung und Abgräuzung des von il'v zu pflegenden Unterrichtsstoffs ist ihr das Einverständnis; der Eltern von Nöthen, und selbst wo gesetzlicher Schulzwang die Eltern nötbigt ihre Kinder der Schute zu übergeben, ist die Arbeit der Schule mehr als zur Hälfte vergebens, wenn die Zwecke der Schule nicht im Hause vertrauensvolle Achtung finden, und Schule und Haus und Haus und Schule ibr Werk nicht im Einklang vollbringen. Zu diesem Sinne baben wir die Spalten dieser Blätter den Besprechungen des jüdischen Schulwesens geöffnet, und möchten, so weit dies auf dem Wege der öffentlichen Verständigung möglich ist, dieser heiligsten aller Bestrebungen mit unseren besten Kräften nützen.

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