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Jeschurun · 1854-10-01 · Heft 1 (Oktober 1854) · p. Seite 56

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 1 (Oktober 1854)
Article
Jüdisches Schulwesen
Date
1854-10-01
Page
Seite 56 (sequence 3)
Language
German
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-1&0 gg Jüdisches Schulwesen. im Derech Erez, wie cs Lehre und Erbgut unserer großen Altvordern gewesen. Und dazu bedürfen wir Schulen, bedürfen wir jüdischer Schulen, in welchen mit gleichem Ernst und gleicher Sorgfalt daS alte heilige Erbgut der Jakobsgemcine, die biblische und rabbinischc Wissenschaft, Hand in Hand mit allem Wahren, Edlen und Guten der europäischen Bildung, vom Alcph Beth und ABC an, alle Stadien der Erkenntnis! und der Entwickelung hindurch, einheitlich gepflegt werde, und die ganze Geistes- und Gemüthesbildung der Knaben und Mädchen von vorn herein i» so einheitlicher Richtung erstarke, wie sie sic dereinst im Leben als wahrhaft gebildete Inden, als wahrhaft jüdisch gebildete Menschen und Bürger bewahre» sollen. Rüste die Jugend für ihren Lebensweg, das ist ja das alte: chanoch lannaar al pi dar ko, — dazu a b c r bedürfen wir Schulen! Schauen wir uns um, so weit die deutsche Sprache reicht, unsere Zeit rühmt sich doch, auch das Jahrhundert der jüdischen Wissenschaft, ja, die Schöpferin der jüdischen Wissenschaft zu sein, — eine jüdische Gelehrsamkeit mögen wir haben, — aber Wissenschaft, jüdische, lebendige Wissenschaft, Wissenschaft des Judcntbnms für's Leben, wäre sic unser, Schulen wären vor Allem die lebendigen Zeugen dafür — und wo sind sie, diese ersten, wichtigsten Zeugen und Träger jüdischer Wissenschaft'{ Wir verkennen nicht, wie in manche» Kreisen bereits für diese erste jüdische Lebensbedingung Löbliches geschehen, und werden uns freuen, wenn uns Gelegenheit gegeben würde, darüber, uns und Andern zum ermunternden Ansporn, Ersprießliches zu berichten. Aber wie verschwinden diese wenigen erhebenden Beispiele gegen die bei weitem überwiegend nicdcrschlagendcn Thatsachen, unter welchen anuoch die jüdische Schulfrage seufzt! Scheint doch gerade da, wo am meisten, wo am nachhaltigsten dafür geschehen könnte, kaum noch das Bewußtsein dieses großen schreienden Bedürfnisses, kaum das Bewußtsein dieser großen, größten Pflicht noch zu dämmern! Je tiefer hinab, um so mehr möchte man fast sagen, ist bereits Etwas für das jüdische Schulwesen geschehen. In kleinen Landgemeinden mehr als in großen Städten, und wo in Städten dafür

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