Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1854)
- Article
- Jüdisches Schulwesen
- Date
- 1854-10-01
- Page
- Seite 55 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdisches Schulwesen. müßte, das wir so gerne als Bild unserer Zukunft begrüßen möchten? WaS nützte cS, wem, wir Aeltcrcu auch noch mit treuer Anbäuglichkeit, mit jeder Faser unseres Gemütbes, mit jedem Blutstropfen unseres Herzens dem väterlichen Hciligthum anbangen, wenn wir die Richtung unserer Kinder dem Ungefähr überließe», sic nicht von vorne herein mit der Einheit der Kraft, der Uebcrzeugung und des Willens rüsteten, die sie stark und einig mit sich und mit Gott und mit der von seinem heiligen Willen ihnen crthcilten Bestimmung, befähige, ungetbeiltcn Herzens, bcwußtvoll und entschieden den Kampf in der zwiespältigen Zerklüftung der Zeit zu bestehen? Was nnS schlägt? Die Unwissenheit zuerst, die jüdische Unwissenheit, in welcher die junge Generation hcranwächst und welche die Feinde tcS gcsetzeStreue» Zudcntbums geflissentlich zu nähren und klüglich ausznbcuten verstanden. Mit der Quellenkcnnrniß unserer biblischen und rabbinischen Bckenntnißschriftcn hat man der Jugend daS ganze Bewußtsein von dem vollen Gehalt und der hohen Bedeutung ihrer jüdischen Bestimmung, und von dem Hellen, frischen, augcrleucbtcndcn, herzgewinnenden Geiste geraubt, der in allen Institutionen des Judcntbnmö webt, hat das Gottcswort, das die Lcbensscclc eincS ganzen Volkes sein sollte, zum Standcsgut einer Kaste herabgewürdigt, die es nun wagen durfte, über das väterliche Heiligthum und dessen Träger beliebige Ansichten zu verbreiten, ohne irgend Widerspruch aus der Mitte des, mit der Unkundc mundtodt gemachten „LaicnvolkcS" befürchten zu müssen. Was uns ferner schlägt? Es ist die Unwissenheit, der Mangel an universeller socialer Bildung andrerseits, der, durch den Abfall der meisten „Gebildeten" in so manchem gcsehestreucn, jüdischen Kreise in natürlichem Rückschläge erzeugt, die würdige Vertretung des väterlichen Hciligthnnis in den socialen Kreisen des gebildeten Lebens beeinträchtigte, und cs den Priestern jerobcamischer Bestrebungen leicht machte, in den Augen der oberflächlich Gebildeten, Judcnthum mit Unkultur zu idcntificiren. Was uns retten kann, einzig retten kann, das ist die innige Vermählung des religiösen Wissens und religiösen Lebens mit achter, wahrhaft socialer Bildung, das ist die innige, aufrichtige Vermählung der Dstoralr