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Jeschurun · 1854-10-01 · Heft 1 (Oktober 1854) · p. Seite 51

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 1 (Oktober 1854)
Article
Jüdische Skizzen aus Berlin
Date
1854-10-01
Page
Seite 51 (sequence 4)
Language
German
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Aus Berlin. 51 frommen Brauche <i\\d} dies Jahr die Stellen in unsrer alten Synagoge „nur mit Borbehalt des Baues" veriuicthen wird, so viel aber weiß ich, daß ihr Alles fehlt, um den erhebenden Eindruck eines lichten, freudigen Gotteshauses zu machen. Und Geld ist da. Es find einmal in Folge einer Sachs'schen Predigt an einem einzigen Tage Zwanzig oder dreißigtausend Thaler zum Neubau gezeichnet worden.-Eö war ein Traum, und mit der Begeisterung sind auch die Zeichnungen verwischt worden, weil man den rechten Zeitpunkt nicht benutzte. ... Bei Gott — es wäre Manches anders, wenn.... wenn eben Manches anders wäre... . Sie fragen mich nach Bereinen für geistige Förderung. Ich werde Ihnen drei Namen nennen: Talmud Born-, Sclms^ und Studienbeförderungsverein. Begnügen Sie sich für heute damit und erinnern Sie sich zur Vorbereitung auf die näheren Mittheilungeu daran, daß Berlin aus dem Stadium des krankhafren aber innner lebensvollen Weltschmerzes und der Himmelstürmerei in das der dumpfen, eisigen Ruhe ü tunt pnx versunken ist —- dazu kommt, daß derselbe Fluch, der uns vor Jahrtausenden vom HeimathShcerde gepeitscht hat, auch heute Elend säend und erndtend unter uns umgeht — die Zwietracht; und so und Mangel an Energie heißt die Lösung deS großen RäthfelS, wie eine so bedeutende Anzahl jüngerer und älterer Kapazitäten, Alle von gleichem Bedürfniß nach einer Wirksamkeit auch außerhalb ihres engen Studienkreises erfüllt, isolirt und thatenlos an einander vorübertreibt, und wie, was immer EdleS und Großes unter uns keimt, schadenfroh zertreten wird.... lieber den gegenwärtigen Stand unsrer eigentlichen (alten) Gemeinde mögen Ihnen bis zur näheren Beleuchtung derselben folgende Data, einem „als Manuscript gedruckten Bericht des abgehenden Vorstandes über seine Verwaltung der jüdischen Gemeinde in den Jahren 1849 bis inc.l. 1853" entnommen, genügen. Die numerische Stärke der jüdischen Bevölkerung beläuft sich auf etwa 13,000 Seelen, zahlungsfähige Mitglieder zählte man 1653: 1617, und die eiugegaugenen Beiträge betrugen 21082 Thlr., während die von 1847: 25,000 Thlr. weit überstiegen. Daß die 1852er Einnahme feit jenen: Jahr wieder die Beste ist, werden Sie begreifen, wenn Sie die dazwischenliegende, erst 1852 durch die Polizei beseitigte Steuerverweigerung der „Genossenschaft für Reform" in Anschlag bringen. Diese und die noch näher zu besprechenden Verwirrungen innerhalb der Gemeindeverwaltung hatten für die bezeichneten 5 Jahre ein Manko von 29,766 Thlr. ergeben, das buvdj verkaufte Hypotheken, Beitreibung rück- 4*

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