Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1854)
- Article
- Jüdische Skizzen aus Berlin
- Date
- 1854-10-01
- Page
- Seite 52 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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!52 Züdtschr« Gemeindewesm. ständiger Beiträge in Güte oder Gewalt, Steuererhöhung u. s. w. noch immer nicht hat gedeckt werden können. Die kosten der Hauptsynagoge betragen jährlich circa 2200 Thlr., wovon sie selbst circa 800 Thlr. aufbringt, — die Einnahmen für die Plätze fließen in die Kasse der Verwaltung der Gemeindegrundstücke, während die Gehalte für Prediger und Vorsänger ans der Gemeinde-Haupikasse gezahlt werden. Die (gepachtete) Supplementsynagoge erhält einen Zuschuß von circa 1000 Thlr., außerdem wird für einen Gottesdienst für 14 bis 10 Gefangene in der Strafanstalt zu Moabit eine jährliche Summe von 150 Thlr. verwendet. Gemeindclehranstatten bestehen gegenwärtig drei: Eine Gemeindeknabenschule, 11*52 unter Rektor Horwitz rekoustituirt, mit damals 4 Elementarschulklaffen, 116 Schülern, davon 38 zahlenden, jetzt 7 Klaffen, 247 Schülern (das Sclmlgeld für den Juli betrug 84 Thlr.» und 11 Lehrern, unter ihnen l)r. Eassel, zugleich Prediger bei dem mit der Anstalt verbundenen Gottesdienste. Durch den Anschluß einer Stiftung an die Anstalt hat der Dnlnmck-Dorn-Vorstand auch einen hebräischen Extraunterricht in 3 Kursen mit O wöchentlichen Stunden im Hebräischen, im Pentateuch und in der Mischnah ermöglicht. Der Lektionsplan ergiebt für die erste Klasse in 35 wöchentlichen Stunden 2 für Religion, je 4 für französisch, laiein und deutsch, je 2 bis 3 für die Realien. Die daneben bestehende Gemeindemädchenschule besteht aus 5 Klassen, die Zahl der Schülerinnen beträgt 102, das im letzten Monat eingegangeue Schulgeld 52 Thlr. 5 Lehrer und 4 Lehrerinnen sind an der Anstalt thätig und der Lektionsplan ergiebt für die erste Klasse für Religion, biblische Geschichte und Gebeiübersetzung 7, Deutsch 5, Französisch und Realien je 3 bis 2, Handarbeiten IO bei 37 wöchentlichen Stunden. Der monatliche Beitrag beträgt bei beiden Anstalten circa 15 Sgr. Endlich besteht seit dem Anfang dieses Jahres eine Religionsschule für Zöglinge beiderlei Geschlechts mit dem, bei der Rückzahlung eines 1852 durch die gänzliche Zerrüttung der Finanzen der Gemeinde nothwendig gewordenen freiwilligen Zuschusses einzelner Mitglieder gebliebenen, dazu geschenkten Rest von 1695 Thlr. gegründet. Das Curatorium besteht aus Dr. Sachs, Iw. Beit und 3 anderen Mitgliedern. Die Leitung der Anstalt ist in den Händen des Di-. Rosin, der neben drei anderen Lehrern in Religion, biblischer Geschichte und Hebräisch an derselben unterrichtet. Es bestehen sowohl für Knaben als für die Mädchen erst zwei Klassen, deren eine, die unterste, in 2 Abtheilungen hat abgestuft werden müssen, und wird darin in 6 und 4, rosp. 4 und 3, Unterrichtsstunden Mittwoch und Sonnabend Nachmittag und Sonntag Vormittag gelehrt. Eröffnet wurde die Anstalt mit 43 Schülern und 28 Schülerinnen, zusammen 71 Zöglingen, und, wie der Bericht sagt, „gewinnt sie in stiller segensreicher Wirksamkeit immer weitere Ausdehnung." Die Geschichte von den drei Vorstandswahlen nach drei verschiedenen Modus, während der letzten fünf Jahre, kennen Sie wohl znr Genüge,