Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1854)
- Article
- Jüdische Skizzen aus Berlin
- Date
- 1854-10-01
- Page
- Seite 50 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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50 Jüdische« Gemeindewesen. die künftigen Lehrer und Bildner unseres Volkes, — aber für heute drecke ich ab. Ich will einen ganz ruhige» Augenblick abwarten, denn die Sache hat neben ihrer tragischen Seite doch auch ihre komische. Und um die wäre cs sehr schade. 0 ■ In der socialen Stellung der diesigen Juden hat sich trotz der im-- mcr allgemeineren Bcrschmclznng durch „Erweichung deö starren Gesetzes" wenig geändert. Dasselbe herzliche Entgegenkommen im Einzelnen, dieselbe Kälte und Ausschließung im Allgemeinen. Indische Zirkel üben auch auf Juden keine besondere Anziehungskraft, wie auf Nichtjuden! — Hie und da nur lassen sich's tolerante Literalen und Künstler auch an besonders reichen jüdische» Tischen schmecken und sich selbst den Hof machen. Jüdische Studirende — jetzt wieder nur „Theologen" und Mediziner — ein kleines Häuflein immer »och hoffender Juristen abgerechnet, die wie ein Mährchen aus alten Zeiten in die unsre hineinragen — haben wenig Zutritt in diese „höheren" Häuser, sie hätten denn etwa schon sichere Aussichten. > . . Toinpurn mulnntur. Die Tage, wo jndiscke Zirkel in Berlin den Sammelplatz der glänzendsten Geister dcS Jahrhunderts bildeten, wo preußische Prinzen die Freundschaft einer Henriette Herz nicht verschmähten, um neben den Humboldts, Jean Panl, Schlegel und wie die Heroen alle hießen zu ihren 8e>!rvnn Zutritt zu erlangen, sind vorüber. Wir liefern jetzt dem Kladderadatsch und dem Borstädtischen Theater nur unsre auf's Haar getroffenen Zwickauer und Meyer. ... Die jüdische Parteistellung betreffend, so haben auch Zeit und Umstände trotz deö lebhaften Kampfes und theilweisen Sieges der Resormpartci bei den letzten Borstandswahlen, daö Ihre gethan.' Biele „Fromme" finden, daß doch eigentlich nur ein formaler Unterschied zwischen ihnen und den Gegnern bestehe, nur daß diese die „Höhere Sanction" für Dinge haben, die sic ohne solche thun, und die,, Reformer" finden, seitdem sie zur doppelten Zahlung der Beiträge gezwungen sind, den Riß doppelt bcklagenSwcrth. Bezeichnend jedoch wird Ihnen die Thatsache sein, daß sie, seit etwa 10 Jahren abgctrennt und zu unvcrhältnißmäßigcn Beiträgen heraugezogen, im Begriff sind, ihre neue überaus kostspielige Synagoge zu vollenden. Es wird wie weiland beim zweiten Tempel, unermüdet Tag und Nacht daran gearbeitet, um sic bis zum Einwcihungstermin — 10. September — zu vollenden. Ein Mitglied hat die Drgcl, ein anderes den „Altar nebst Decke" geschenkt. — Ich weiß nicht, ob man nach altherkömmlichen ki( mxU M nlchum-7.