Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1854)
- Article
- Thischri
- Date
- 1854-10-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 THLschri. den der Tbischri immer neu in unserer Mitte aufrechter, und Me, Alle in seinen Schatten ladet. Theruah u. Theschuwah die Wurzel, Selichah, Kaparah n. Taharah der Stamm, Emunah n. Simchah di»- nährenden und beglückenden Früchte des Lebens. Willst du die Früchte pflücken, darfst du die Wurzel nicht scheuen. Sollen dir die Früchte reifen, pflanze die Wurzel mit Ernst in dein Gemüth. Ter Posaunenruf der Theruah soll den Traum, die Täuschung zerstören, mit welker die Sinnlichkeit uns in ibren Armer: lullt, soll das Götterbild zerschmettern, das mir der Sinnlichkeit in unserm Herzen errichten, soll uns wachrufen, und ausrufen zu den: Einen, der unser wartet. Und die Tage der Thesclnnvah lebren uns den Weg wiederfinden, der in die Arme des Vaters znrücksübrt und uns zum Jom hakipurim leitet, der d.ie Brücke mit der Vergangenbeit abbricht, mit Leliehah, Kaparah u. Taharah uns einen reinen, neuen Boden giebt, auf dem wir am Luekoth-Feste ruhig und sicher, fröhlich und heiter die Hütten unseres Lebens bauen lernen. Jom theruah, der Tag des Posaunenrnfs gebt voran. Wie im Schofarruf Gott am Sinai uns zusammen rief, wie Gott mit Schofarrnf einst uns wieder um sich sammeln wird, wie der Schofarruf den Sklaven zur Freiheit, den Armen zum Besitz, den Entfremdeten zu seiner Heimath rief, so ruft der Schofarton mit jedem Thischri unS Alle, Alle zu Gott, ruft den Sklaven der Sinnlichkeit zur göttlichen Freiheit, ruft Arm und Reich zum wahren Reichthum, ruft den Verirrtesten zur eigenen Heimath, ruft zur Jobelhöhe jedes Herz und jeden Geist. Wie der rufende Thekiahtou die Väter zu dem Führer rief, die schmetternde Theruah sie zum Aufbruch und zum Kriege lud, und der Thekiah schließender Ruf sie zu dem neuen Ziele leitete, wo Gott ihrer wartete und wohin die Wolke seiner Gnade und die Lade seines Bundes zog — so ruft uns die Tbischrithckiah zu unserem Lebenshirtcn, den wir vcrlastcn, und die Theruah schmettert uns zun: Aufbruch und Kampf, — zum Aufbruch von jeder Stätte, zum Abbruch jedes Verhältnisses, ans welchen Gottes Segen nicht reiht, und zum Kampfe wider Alles, was sich scheidend stellt zwischen uns und unfern Gott — und wiederum die Thekiah lockt uns dorthin, wo