Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1854)
- Article
- Thischri
- Date
- 1854-10-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Thlschri. 5 ewigen Schöpfer und Walter ihr Herz der vergänglichen Kreatur zugewendet, hatten die sichtbare Natur im goldenen Kalbe vergöttert, und „Elch“ diese sinnlich erkennbare Welt, dieser Kosmos, und seine irdisch waltenden Mächte, sie finb deine (Götter Israel! hallte im sinnlichen Rausch der Jubel der tanzendn Eböre. Darum lagen zerbrochen die Tafeln des göttlicben Gesetzes. Denn wo ans der Brust des Menschen geschwunden ist das Bewußtsein seiner eigenen böbern göttlichen Natur, wo ihn dies Bewußtsein nietet über die sinnliche Welt zu bem Einen Einzigen unsichtbar Allgegenwärtigen Höchsten und Nächsten Einen bebt, wo der Mangel dieses Bewußtseins den Menschen der simtlichen Natur zu Füßen. wirN, der Natur zu Füßen, zu deren Herrn nub Meister, nicht zu deren Sklav und Diener Gott ihn gesandt — da fehlt der Boden, auf welchem daS göttliche Gesetz seine Stätte finden und ein göttlich menschliches Leben auf Erden erzeugen könnte, dao durch und durch von Gottes Geist getragen, das ganze sinnliche Leben selbst zu Einem Gott, verherrlichenden Hymnus umwandeln und ein Heiligtbum auf Erden ballen sollte, in welchem Gottes Herrlichkeit beseligend wohne. Da liegen zerschmettert die Tafeln des göttlichen Gesetzes. Aber der Wahn ward vernichtet, der Schleier ward zerrissen, der Vergänglichkeit sielen die Verehrer des Vergällglichen anheim, Stallb ward das Götterbild der Vergänglichkeit, unb zu dem Ewigen richtete sich der Geist der Väter wieder auf, und „Ssalachti" „Zeh habe verziehen", rief die Gllade aus Himmels Höhen, uub das Band ward wieder geknüpft, und des Gesetzes Tafeln kehrten wieder und die Hütte des Heiligthnms war wieder 311 erbauen. Der 10. Tbischri wars, als das: „Ssalachti" die Wiedererbebung aus verworfenster Sinttlichkeitsvergötterung besiegelte, und Das drückte für alle Zeit bem Monat Tbischri die Weihe des ernfteften Ernstes und der seligsten Freude ans. . Theruah, n. Theschuwah, Sclichah, lvaparah und Taharah, Emunah unb Simchah, Erschütterung und Rückkehr, Verzeihung, Sühne unb Reinheit, SSertvauett und Freude, das ist das siebenfarbige Angebinde, das der Neujahrsberold am Tbischrt jeder jüdischen Hütte, jeder jüdischen Brust läuternd und weihend, kräftigend, eeseligend bringt; Theruah u. Theschubah, Selichah, Kaparah u. Taharah, Emunali u. Simchah, das ist der Baum des Lebens,