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Jeschurun · 1887-11-10 · Heft 45 (10.11.1887) · p. 714

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 45 (10.11.1887)
Article
Kabbalat avot
Date
1887-11-10
Page
714 (sequence 2)
Language
German
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714 משגיות לעולם הוי רץ להש״ם יותר מן המשנה. Dies ift dem 3cru]d)ülmt Schabbath XVI, 1 entnommen. Der in מם' סופרים XVI, 2 sich befindende Aus-; sprach des R. Iehoschna b. Lew: ist ebenfalls dem! Iernschalmi Schabbath X^, I entnommen. Die in מם' מופרים XVIII, 1 sich befindende Erörtcrnng über die Frage מהו לומר עיר בלא נסכים beruht auf dem Iernschalmi Taanith IV, 5. In מם' מופרים xxi, 7 heißt cs: ר׳ הונא אמר שלש קריות שבתורה לא יפחתו להם מעשרה פסוקים חזקי', אמר כנגד עשרת הדברות והתניגן ביום א, יהי רקיע והא לית בהו; אלא תמגיא רב אידי אמר איתפלנון בה כהנא ואשי הד אמר הוזר והד אמר הותך ונו׳ התיב ל פוליפא ב״ר פרוס קמית ל׳ יונה הרי פרשת עמלק א״ל שנוי' היא ונו׳; auch dies ist wörtlich dem Iernschalmi Mcgilla IV, 2 entnommen. Wir haben bisher zur Widerlegung des Dr Frankel nur eklatante, in die Augen springende Beweise angeführt, gegen die durchaus kein Einwand erhoben werden kann, und haben von solchen Beweisen, bei denen eine halachische Erörterung nothwcndig wäre, Umgang genommen. Wegen der Wichtigkeit der Sache glauben wir aber doch daraus hindeuten zu sollen, daß schon auö der babylonischen Gemara selbst zu entnehmen ist, daß Diejenigen, welche sie ordneten, die jerusalemische Gemara benutzten. Die in der jerusalemischen Gemara Peßachim V, 2, Schekalim II, 4 mit;אמר ליי על דא אמר לי אבא בר אבא דאינו; אמרי מניין שתפסה משתנה לשם שלמים beginnende Diskussion befindet sich nicht bloö' ihrem Inhalte nach, mit Zusätzen erweitert, in der babylonischen Gemara Sebachim 8 l>, 9 a, sondern eine in der jcrnsalcmischen Gemara vorkommende Frage mit der darauf gegebenen Antwort befindet sich sogar wörtlich in der babylonischen Gemara; im Iernschalmi wird nämlich von;ל בו die Frage gestellt: בבל אתר את אמר מ; למעש ובא; את אמר מ; לרבות; hierauf wird VON ל מנא geantwortet: הבי נסי מן למעט מיעוט שאינו באה בן שתי שנים מיעוט שאינו באה נקיבה, und dieselbe Frage nebst derselben Antwort ist in der babylonischen Gemara mit gleichem Wortlaute angeführt, da es Sebachim 9 a heißt: מתקיף לה ל אבץ בר הייא ואיתימא ל אבץ בר כהנא בבל אתר את אמרת מן להוציא ובא; מן לרבות אמר ר׳ מני הבא נמי מן להוציא דלא אתי בן שתי שנים ולא אתי בנקיבה. Nachdem wir nun mit Evidenz nachgewiesen haben, daß die jerusalemische Gemara in ihrer ans uns gekommcnen Fassung den ältesten Gaonim, den Verfassern des ס׳ הלכות נדולות und ס׳ שאלתות und sogar schon den Saboraim Vorgelegen ist, hatten wir uns mit der Erzählung des KaräerS Salmon b. Icrncham, auf den sich Dr. Frankel in seinem מבוא הירושלמי stützt, gar nicht zu befassen, denn durch unsere Nachweise ist bereits mit einer jeden Zweifel auöschlteßenden Gewißheit dokumentirt, daß die jerusalemische Gemara nicht, wie Dr. Frankel in seiner Einleitung f. 148 a. behauptet, erst durch jenen Karäcr nach Babylon gebracht wurde, sondern schon Jahrhunderte früher dort bekannt war. Obgleich daher jede Besprechung der von Pinslet mitgelheilten Erzählung deö KaräerS Salmon übcrstüssig wäre, wollen wir doch, um keinen von Dr. Frankel angeführten Punkt unberührt zu lassen, auch ans jene Erzählung cingchcn. Dieselbe befindet sich nach PinSkerS Lickute Kadmoniot (Wien 1860) Anhang S. 14 in einem angeblich von dem Karäcr Salmon b. Jerncham. in arabischer Sprache verfaßten Psalmenkommemar und lautet: ״Der Pitani (hiermit ist R. Saadja Gaon gemeint) hat m Abrede gestellt, daß zwischen Bet Schamai und Bet Hille! ein Kampf war, oder daß einige der einen Schule einige der andern ׳Schule getobtet haben, hierauf brachte ich den Talmud Jeruschalmi Sedcr Moöd und öffnete jenen Thcil, in dem dieses Ereigniß erwähnt ist und bei dem sich ein Kommeutar des Jakob b. Efrajim befindet; und ich ging mit ihm nach Babel, um zu zeigen, wie der Pitomi die Worte verdreht hat, um sie in einem prächtigeren Lichte erscheinen zu lassen." Dr. Frankel bemerkt hierzu, daß R. Saadja Gaon daö von dem Karäer Angeführte nicht absichtlich leugnet, sondern nur darum nichts davon wußte, weil die von dem Karäer erwähnte Stelle nicht im babylonischen, sondern im jcrnsalcmischen Talmud vorkommt, der (nach Frankels Behauptung) zu den Zeiten R. SaadjaS in Babylonien noch nicht gekannt war. ■'"׳'׳ Wir können die Bemerkung nicht unterdrücken, daß diese angebliche Erzählung dcS KaräerS Salmon unseres Dafürhaltens schon darum in sich das Gepräge der Unwahrheit trägt, weil darin des Iernschalmikommentars eines Jakob b. Efrajim erwähnt ist. Pinsker bemerkt deshalb, daß man in den BibliothcDn nachsuchen sollte, ob sich nicht irgendwo von jenem bisher ganz nnbckanntcu Jakob b. Efrajim oder von seinem Kommentare Spuren auffiitbcn lassen. Unseres Dafür- Haltens beruht eö aber ans einer allzu lebhaften Phantasie, Alles zu glauben, was der Gewährsmann des Herrn Pinsker geschrieben, und hätte man sich bre' Frage stellen sollen, ob, wenn in den Zeiten des R. Saadja Gaon, zu denen noch Niemand einen geordneten Kom׳ mcntar ans den babylonischen Talmud verfaßt hatte, bereits ein geordneter Kommentar ans den Iernschalmi existirl haben sollte, cS wohl denkbar wäre, daß' diesen Kommentar keiner der früheren GesctzeSlehrer^ sondern nur jener Karäcr gesehen hätte? ES ist ja bekannt, wie unsere früheren GesctzeSlehrer jede Bemerkung, die von den Gaonim kam, hochschätzten; sie haben ' nicht blos ein zusammenhängendes Werk, sondern' auch' die

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