Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1887)
- Article
- Kabbalat avot
- Date
- 1887-10-27
- Page
- 682 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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682 timg haben; deshalb und wegen des Untstandes, daß sich'in der jernsalemischen Gemara auch manche AnSspräche babylonischer Gesctzeslchrer besinden, die in. der babylonischen Gemara nicht Vorkommen, hält sich Dr. Frankel zu dem Schlüsse berechtig, daß die jerusalemische Geinara denjenigen Gesetzcsle-Hrern, welche die babylonische redigirten, nicht Vorgelegen sei, und daß daher diese Gesctzeslchrer nicht, wie von R. Jchonathan gelehrt wird, der jernsalemischen Gemara Acslimmungcn entnommen haben. Auch R. Jizchak Alfasis Dürstet׳ lung des Verhältnisses der babylonischen Gemara zur jerusalcmischen glaubt Frankel entgegcntrcten zu dürfen, da nach derselben die jcrusalemische Gemara den Ne-- daklorcn der babylonischen bekannt war, was, wie Dr. Frankel gezeigt zu haben wähnt, nicht der Fall gewesen sei. Indessen sind alle Grunde, die Frankel gegen N. Jizchak Alsasi unb N. Jehon at Han an führt, nichtig, denn darin, daß R. Chananel und N. Jizchak Alsasi in solchen Fällen, in denen die babylonische Gemara der jernsalemischen nicht widerspricht, aus der letzteren Bestimmungen als normgcberid anführcn, ist nicht das Geringste bewiesen, da N. Jchonathan nur sagen will, daß in solchen Gegenständen, über die sich in der babylonischen Gemara Diskussionen besinden, die Nebaftorcn derselben, da ihnen die jernsalcmischc Gemara Vorgelegen ist, ans derselben Dasjenige anführten, was ihres Wissens gesetzliche Geltung erhalten, aber Dasjcnige, was den Nesnltalen der babylonischen Gemara widerspricht, unerwähnt lassen; aber cs sind in der jcrnsalemischen Gemara bekanntlich vicke Bestimmungen, über welche in der babylonischen gar nicht gesprochen wird, und sogar N. Jchonathan selbst führt, wie alle früheren und späteren Gesctzeslchrer, Bestimmungen aus der jernsalemischen Gemara au und entscheidet nach ihnen, wenn aus der babylonischen Gemara kein 'Widerspruch gegen dieselben ersichtlich ist; könnte vielleicht Jemandem in den Sinn kommen, zu behaupten, daß der ganzen jernsalemischen Gemara zu Leder Scraiiu, zu dem mit Ausnahme des TraUmes Berachot keine babylonische Gemara czüstirt, die gesetzliche Geltung abgesprochen wurde? Ueberdics crgiebt sich die Absurditäl der Beweisführung des Dr. Frankel auch daraus, daß die Dezisoren auch anS der Tosesta, ans Sisri und Sifra viele ׳Bestimmungen ansiihrten , und doch ist cS noch Niemanden beigesattcn, hieraus dednzircn zu wollen, daß die Redaktoren der babylonischen Gemara diese Schriften nicht gesehen hätten. Dr. Frankel glaubt aber für sein.׳. Behauptung noch einen aridem Grund anführen zu können; f. 132 seines מבוא sagt er, daß der Saboraim und Gaonim bei ihrer großen Thätigkcil für Verbreitung der Kenntuiß des babylonischen Talmud keine Zeit geblieben, sich nüt dem jernsalemischen zu beschäftigen, und vielleicht ist dieser gar nicht in ihre Hände gekommen; darum ״wird der Jcruschalmi in ihren zusammenhängenden Werken ebenso wenig als in ihren Ncsponsen erwähnt; die ältesten nachtalmudischcn Werke, die auf nnS gekomnicn ס׳ הלבות גדולות und ס'שאלתות bcs 9t’ Achai und Schabcha beruhen an keiner Stelle halachtschen Inhalts auf. dem Jcruschalmi; nur hagadische Stellen, deren Quelle im Jcruschalmi liegt, befinden sich in denselben, und cS scheint, daß diese agadischcn Stellen ihnen nur aus einer in einem besonderen?Werke ihnen vorgclegcncu Sammlung von Agadas, wie Midrasch rabba oder Midrasch Tanchuma bekannt geworden sind. Der erste, der des jernsalemischen Talmud erwähnte, ist N. Saadja — der erst von dem Karüer;שלט; ב ירוהם aus den Jcruschalmi aufmerksam gemacht wurde ls. Pinsker לקוטי. קדמניות Alt Hang); es .kann aber N. Saadja Gaon nicht beschuldigt werden, daß er absichtlich die von jenen! Karüer ans dem Jcruschalmi erwähnte Erzählung in Abrede stellt, denn im' baby Ionischen Talmud kommt dieselbe nicht vor und der jernsalcmischc Talmud war damals in Babylon nicht bekannt." Es ist bemerkenswerth, daß Dr. Frankel an dieser Stelle nur als Vermuthung ausspricht, daß der jcrusalemische Talmud den Saboraim. und älteren Gaonim vielleicht nicht Vorgelegen ist (אפשר שלא בא לידם כלל) und dann mm von etwas evident Erwiesenen behauptet, daß in den Zeiten des R. Saadja Gaon, bevor er mit jenen! Karüer in Kontakt kam, der Jerlischalmi in Babylon nicht bekannt war (הירושלמי לא נודע א' בבבל) und im Anfänge s. 148 hinzufügt:. ״N. Saadja Gaon kannte den Jernschalmi nicht, bis ihn der Karüer שלק nach Babylon brachte." Aber noch weit mehr als dieser Sprung von der Bermnthnng zur apodiktischen Behauptung muß cS in Staunen vcrsetzen, daß Dr. Frankel die Behauptung wagte, daß die ältesten Werke der gaonäischen Zeit ס' הלבות (דולות und ס' שואלתות in ihren halachijchen Bestimmungen nirgends auf der jernsalemischen Gentara beruhen und daß in diesen Werken der jerusalcmischen Gemara nicht erwähnt sei; ein Einblick in diese Werke zeigt, daß Dr. FiankelS Behauptungen eine Unwahrheit ist,' da^ in der Wirklichkeit die jcrusalcmische Gemara darin zilirt wird und halachische Bestimmungen darin vorkommen, die in der babylonischen keine Quelle haben und nur auf der jerusaleinischcn Gemara beruhend In הלבות נרולות am Ende des ersten Abschnittes der הלי ברבות wird der jcrusalemische Talmud ausdrücklich erwähnt, da es heißt: ואיתי בתלמוד דמערבא א״ר אבא הדא אמר שאין הברכות . מעכבות; dieses Zitat befindet sich im Jcruschalmi Berachot II, 1 אמרי ר' בא זאת אומרת שאי; הברכות מעכבות.' Obgleich