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Jeschurun · 1887-10-27 · Heft 43 (27.10.1887) · p. 683

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 43 (27.10.1887)
Article
Kabbalat avot
Date
1887-10-27
Page
683 (sequence 3)
Language
German
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68 a .also in dieser Stelle die jerusalcmische Gemara, der! תלמוד דמעדבגא au$brucfli4 genannt wird,. hat Dr. : Frankel dennoch behauptet, daß der Jcrnschalrm vor R. Saadja Gaon in Babylon nicht bekannt war, in הלכות גדולות nicht erwähnt wird לא נזנר הירושלמי לא בספריהם ולא בתיסותיהם I! Am Anfänge bcr הלי פסה heißt cs in הלכות ותנו רבנן ושמרתם את היום הזה לדדתיכם :גדולות שמרהו מלפניו מאור ארבעה י עשר מבאן. אמרו. אור לארבעה עשר בודקין אתי.ההידן- Diese Deutung der angeführten '^horastcllen befindet sich in der jcrufalcmischen Gcmara Anfangs Peßachim. Am Beginn des 2. Abschnittes des הלי פסה heißt cs: in ואסור למיכל מצה מבעוד : הלכות גדולות יום ־מקמי דליקדש ואומר הגדה והלל שני בערב תאכלו מצות בדו שיתי׳ הביב עליו משל' לאדום שבא על ארוסתו בבית המיו; dies ist dem Jcrnschalmi Peßachim X, 1 entnommen. Am 5. Abschnitte der הלי ברכות heißt cs in הלכות גדולות (Wiener Ausgabe s. 8,<1): מנין לתפלת נעילה מ; התורה שנאמר גם כי.הרבו תפלה הא'למדת שכל הרבה בתפלה נענה.; dies beruht auf dem Ausspruche des R. Lcwi in Jeruschalmi Bcrachot IV, I. Am Beginne des 6. Abschnittes der הלי' ברבות heißt, cs in ואילו הן מיני דשאים :הלכות גדולות הקינרס וההלמא הדמוע והאמד; dies ist eine wörtliche Wiedergabe der nicht in der babylonischen Gemara und nicht in der Tosefla verkommenden, sondern im Jeruschalmi Bcrachot VI, 1 angeführten Matrito: ואילו הן מיני דשאים הקינדם וההלימה הדימוע והאמד. In הלי יין גכף heißt cs in הלכות גדולות (Wiener Ausgabe s. 90, d): הבית שיש בתוכה משקץ בין יין כין שמן בין; כל משקה ונפל לתוכה עכבר או' שחן שיעורו אהד מאלף ההבית והמשקי; מותחן פחות מאלף אסורין. Diese Entscheidung entspricht, wie bereits in דא״ש .zu Aboda sara 69, a bemerkt wird, nicht der babylonischen Gemara. sondern beruht auf der jcrusalcmischeu Gcmara Thernmoth X, 8 הורי ר, יופי ב״ד בון בעכברא הדי באלף. Obgleich das hier vorkvmmende Wort עכברא von Manchen als Ortsname erklärt wird, ist cS doch zweisellos, daß diese Stelle die Quelle für die Entscheidung in הלכות גדולות ist. Anfsallcnd. ist cs, daß der Verfasser des ם' הלכות גדולות hier gegen die babylonische Gemara im Sinne der jerusalcmischen entscheidet; aber immerhin ist auch durch diese Stelle bewiese^ daß dem .Verfasser des ם' הלכות גדולות die jerusalcmischc Gcmara bekannt war. (Fortsetzung folgt.) -J. :• Korresjioikdeilzell und NOrMu. Deutschland. -L- Verkitt, 23. Oktober. Am 21. d. M. fand eilte Versammlung der ״Christlich sozialen Partei" statt, in welcher Herr Hosprcdiger Stöcker über ״Volks׳ stthrcr und Votksvcrfnhrcr" sprach. Wir sind ganz der Meinung des Herrn Hofpredigers, daß das von ihm gewählte Vortragsthema sehr zeitgemäß ist. Wir stimmen ihm auch zu, wenn, er von einem Bolksführcr verlangt, er müsse vor Allem national sein, dem Volke angehören, in . welchen! er eine führende Stelle einnehmen will, er müsse mit dem Volke fühlen, das Vaterland lieben, dessen Geschichte kennen, und verstehen, und sich im Zusammenhänge mit ihr fühlen. Wenn aber Herr Stöcker meint, daß eben darum vor Allem der Jude kein Volksführer sein kann, so verstehen wir einfach diese Schlußfolgerung nicht. Sind etwa die Juden nicht national, sind sie etwa kein integrirendcr und wahrlich liicht der schlechteste Bestaudtheil des deutschen Volkes, suhlen sie etwa nicht mit dem Volke, lieben sie etwa das Vaterland nicht, kennen sie dessen Geschichte nicht, suhlen sie sich nicht im Zusammenhänge mit dem deutschen Volke? Ich glaube, daß diese Fragen fast jedes Blatt der deutschen Geschichte bejahend beantwortet. -a- Verkitt, 24. Oktober. Am heutigen Tage waren, wie die ״Voss. Ztg." bemerkt, gerade 40 Jahre seit der Habilitation des ersten jüdischen Privat-Dozenteil an der Berliner Universität, Robert Nemaks sgeb. am 26. April 18!5 in Posen) verstrichen. Seine Habilitation hatte eine eigene, sehr interessante Vorgeschichte, die nach aklenmäßiger Darstellung folgenden Verlauf nahm. Unterm 24. Januar 1843 hatte Dr. Robert Remak bei dem Unterrichts-Ministerium die Austmgc gestellt, ob er als Jude von der Habilitation als Privatdozent der medizinischen Fakultät ausgeschlossen sei. Am 7. Februar wurde er absch täglich beschicden und am 14. Mürz wandte er sich mit seiner Bitte unmittelbar an König Friedrich Wilhelm IV., damit derselbe diejenigen Anordnungen uornctjmc, welche die Habilitirung bei der Berliner medizinischen Fakultät möglich machen würden. Auch hierauf kam von dem Minister Eichhorn eine Zurückweisung, welchem jene Bittschrift übergeben worden war. Nun wandte sich Remak an Alexander von Huniboldt, der ihm seine Besürwortnng versprach, und Rcmaks erneutes, an den König gerichtetes Gesuch mit einem Schreiben begleitete, worin er sich hinsichtlich NcmakS aus seine ״berühmten Freunde" ' Schönlein und Johannes Müller und auf die Fürspräche bezog,, die er mündlich bei dem Könige für

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