Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1887)
- Article
- Kabbalat avot
- Date
- 1887-10-27
- Page
- 681 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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M 48, 681 Jeschurun. קבלת אבות. Bon Iizchak ha-?evr Nabbinowi; in Wilna. Unter obigem Titel befindet sich in dem April- Mai-Hefte der zu Petersburg in hebräischer Sprache erscheinenden Monatsschrift בךעמי ein Artikel, der uns von dein geehrten Herrn Verfasser mit dem Verlangen;!!geschickt wurde, demselben durch unser Blatt größere Verbreitung zu verschaffen. Im Hinblick auf die Gediegcnhcit des Artikels cnsprechcn wir gern diesem Wunsche, müssen 11116 jedoch mit Rücksicht aus den Raum unseres Blattes darauf beschränken, nur den Hauptinhalt zu nproduzircn. lieber die Aufgabe, die sich der Herr Verfasser in diesem Artikel gestellt, sagt derselbe am Beginne: ״Es ist bekannt, daß hinsichtlich der Frage, ob die babylonische oder jcrusatcmischc Gemara früher rcdigirt wurde, bereits unsere klieren Gesctzeslehrer sich wie über etwas Zweifelloses und allgemein Anerkanntes dahin ausgesprochen haben, daß die jcrusalemischc Gemara früher redigirt wurde, und daß sie Denjenigen, von denen die Redaktion der babylonischen Gemara vollendet ivurde, den letzten Amoraim und ersten Saboraiul, in ihrer gegenwärtigen Fassung geschrieben und geordnet Vorgelegen ist. In nuferer Zeit aber, hi der manche Gelehrte in Deutschland auf die Tradition keine Rücksicht nehmen und durch irgend einen Scheingrnnd oder irgend eine unhaltbare Hypothese die lieberlicsernng verwerfen und sich kompetent halten, sich gegen alle jüdischen Gcsctzcsnntorilätcn zu erklären, hat man sich erkühnt, auch in der erwähnten Frage die Worte unserer großen früheren GesetzeSlehrcr nmzustoßen. Der hervorragendste in dieser Richtung ist der verstorbene Obcrrabbincr nnd Tireklor des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau, Di*. Zacharias Frankel, der in seinem ממא הירושלמי an einigen Stellen das Nesnltat seiner diesen Gegenstand betreffenden Forschung nicdcrgelegt hat. Zuerst spricht er einen Zweifel darüber aus, ob Diejenigen, welche die babylonische Gemara redigirten, die jcrusalcmischc gesehen'? und darauf spricht er hierüber wie über etwas mit Evidenz Erwiesenes, daß sie die jcrnsalcmische Gemara nicht gesehen und leugnet kühn die Thatsachc, daß sie die jernsalemischc Gemara kannten; cm einer andern Stelle enthüllt er vollständig seine Meinung, daß erst der Karäcr שלמן בן ירוחם der erst war, der den jerusalemischcn Talmud nach Babylon brachte, und daß bis dahin der jcrusalemische Talmud dort gar nicht existirte, daß daher nicht bloS Diejenigen, von denen die Schlnßredaktion deS babylonischen Talmud aueging, sondern sogar die Berfasscr der aus der früheren gaonäischen Zeit stammenden Werke שאלחות und הלכות גדולות und die auf ihnen folgenden Gasuim noch keine Kcnntniß der jernsalemischcn Gemara hatten, und daß auch einer der späteren Gaonim, R. Soadja, erst dann von der jernsalemischen Gemara etwas erfahren, nachdem der genannte Karäcr sie nach Babylon brachte (s. Frankel מבוא f. 148 a) und daß erst von dieser Zeit. an die Kcnntniß der jernsalemischen Gemara in Babylon sich zu verbreiten begann. Diese Behauptungen, die Jeden, der mit der jüdischen GesctzeSwissenschaft vertraut ist,. in Staunen versetzen müssen, sollen hier durch eine Untersuchung der dafür angeführten Gründe untersucht werden." Sie widcrsvrechcn dem, was von den ersten Koryphäcn der jüdischen Gesctzcskun-e hierüber gelehrt wurde; R. Iizchak Alsasi sagt am Ende des Traktates Ernbin bei Besprechung einer rcligionsgesetzlichen Frage, die in der jernsalemischen Gemara in erschwerendem, in der babylonischen Gemara in erleichterndem Sinne entschieden ist: ,.Wir richten nns nach der babylonischcn Gemara, weil sie später als die jernsnlemische redigirt wurde, und diejenigcn Gesctzcslchrcr, die sie zum Abschluß brachten, eine genauere Kcnntniß der jernsalemischen Gemara hatten als wir; wenn cS ihnen nicht sestgcstandcn wäre, daß jener Ausspruch der babyionischen Gemara nicht noringcbcnd ist, hätten sie in jener Frage nicht in erleichterndem Sinne entschieden." Von ר, יהונתן, dessen Worte aus שיטח מקובצת;u B. mc;ia 48 in יר מלאני Th. n. כללי שני התלמודי׳ angeführt werden (von dem Verfasser des מנדל עוז zu 3 ,1 הל׳ שופר und anderen von R. Hirsch ChajcS in אמרי בינה f. lOa angeführten Atttoritätln) wurde gelehrt, daß diejenigen Gesctzeslehrer, welche die baby- Ionische Gemara abgeschlossen, mit der jernsalemischen vollkommen vertrant waren, sie bei der Nedigirung der babylonischen Gemara vielfach benutzten, indem sie solche Lehren, deren gesetzliche Geltung ihnen feststand, anö der jernsalemischen Gemara in der babylonischen cinfnahmcn, solche Meinungen aber, die nicht rezipirt wurden, unerwähnt ließen, iveßhalb wir in solchen Fällen, in denen eine Differenz zwischen der jcrnsalcmischen uud babylonischen Gcmora besteht, uns nach der letzteren zu richten haben. De. Frankel glaubt seine Mcimmg zunächst damit begründen zu können, daß er (f. *16 b) gegen ר׳ יהונתן darauf hinwcist, daß von R. Chananel, R. Rissim, R. Iizchak Alsasi 1t. A. häufig in solchen Fragen Beftimmmigeii ans der jernsalemischen Gemara als gesetz. lich gültig angeführt werden, über die sich in der babylonischcn Gemara keine Norm oder keine endgültige Entscheidung, befindet; daraus glaubt Frankel dcdnstrcn zu können, daß diese GcsctzcSlchrer nicht der Meinung waren, daß die in der babylonischen Gemara nicht vorkommcndcn Bestimmungen darum nicht darin aufgenommen worden sein, weil sie keine gesetzliche Gel-