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Jeschurun · 1887-07-14 · Heft 28 (14.7.1887) · p. 435

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 28 (14.7.1887)
Article
Die freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums
Date
1887-07-14
Page
435 (sequence 3)
Language
German
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435 den betreffenden Gemeinden gewährte Gehalt nickt zum nothwcndigsten Unterhalte ausrcichte und zu befürchten war, daß in Folge dessen die Gemeinde eines tüchtigen Lehrers bezw. שוחט verlustig gehe; ober b. Zuschüsse zu den von den betreffenden Gemeinden für diese Angestellten aufznbringcnden Gehältern, in Fällen, wenn diese Gemeinden in Folge besonderer Umstände zur Aufbringung des Gehaltes nicht mehr im Stande waren. — 311 die Kategorie a. gehören die an vier Gemeinden, in die Kategorie b. die an neun Gemeinden gewährten Subventionen. Unter letzteren findet sich eine Gemeinde, welche seit Jahren eines NeligionSlehrcrS völlig entbehrte, die Gemeinde hat nunmehr einen solchen wieder angestcllt. Bon diesen unterstützten Gemeinden gehören zehn zu Preußen, je drei zu Bayern und Groß Herzogthum Hessen; je eine zu Mecklenburg und den Neichslanden. Einige der eiugcgangcncn Gesuche um Beihülfe konnten keine Berücksichtigung finden, theils weil die eingcgangcnen Informationen dieBcdürfnißfrage weniger dringlich erscheinen ließen, theils weil die nach Lage der Verhältnisse zu erfolgreicher Beihülfe aufzuwendcnden Mittel die Kräfte unserer Vereinigung vorerst noch übersteigen würden, theils aus anderen Gründen. 3) Zur Ermöglichung der Fortsetzung erfolgreich begonnener Ausbildung zum Rabbiner bezw. Lehrer wurden seither fünf Stipendien gewährt. Die betreffenden jungen Leute genießen ihre Ausbildung in dem unter Leitung des Herrn Rabbiners Dr. Plato stehenden israelitischen Lehrerseminar zu Köln, in der unter Leitung des Herrn Distriktsrabbiners Bambcrgcr stehenden Lehrerbildungsanstalt in Würzburg und in dem unter Leitung des Herrn Rabbiners Dr. Hildesheimcr stehenden Rabbincrjcminar zu Berlin. 4) Weitere Subventionen. Der israelitische Miütärverlöstiguugövercin zu Frankfurt a. M., welcher die jüdischen Soldaten hiesiger Garnison nicht nur 6m Pcssachfcste, sondern während des ganzen Jahres mit ^'>Kost versorgt, hat sich mit der Bitte um Subvention an die Vereinigung gewandt, da die erforderlichen Ausgaben zu einer durch die regelmäßigen Einkünfte des Vereins nicht mehr zu deckenden Höhe sich steigern. Mit Berücksichtigung des hochwichtigen Zweckes und in Betracht, daß diese Wohlthat säst ausschließlich den Söhnen auswärtiger Gcmeiuden zu Gute komme, wurde dem Vereine eine Subvention zugewandt. Zum Zwecke der Erhaltung der einzigen gesetzcötreu geleiteten Speisewirthschaft in einem besuchteren Badeorte in Oesterreich wurde dem dortigen Restaurateur auf dessen Ansuchen eine angcmcsseuc Subvention für das lausende Jahr gewährt, da der Fortbestand derselben durch besondere Umstände gefährdet erschien und die eingezogenen Erkundigungen das Bedürsniß und die Zweckmäßigkeit dieser Subvention bestätigten. 5) Die Fürsorge für Unterbringung von Stellesuchenden in solche Stellen, welche ihnen die Heilig Haltung des Sabbaths nnd der Festtage gestatten, . hatte der geschäftSsührcnde Ausschuß stets im Auge behalten. Die zunächst mit einem dahier bestehenden Vereine cingcleitcten Unterhandlungen zur Ausführung dieser in unser» Slatutcn vorgesehenen Aufgabe haben nicht zum Ziele geführt. Der geschästSsührende Nusschuß hat daher diese Angelegenheit selbst in die Hand genommen und zwar durch eine aus seiner Mitte dafür gebildete Kommission, welche die Herren Theodor Hombnrgcr und Rechtsanwalt Dr. Hirsch dahier übernommen haben. Ihre Bemühungen um diesen hochwichtigen Zweck haben bereits mehrfach zu erwünschten Ncsulaten geführt. — Die Vermittelung erfolgt unentgeltlich. Bei diesem kurzen Ucberdlicke der Wirksamkeit unserer Vereinigung seit der kurzen Zeit ihrer Gründüng glauben wir uns der Hoffnung hingeben zu dürfen, daß hiermit der Keim zu einer segensreichen Zukunft unserer Vereinigung gelegt worden ist, und dieselbe durch stete Zunahme der Zahl unserer Mitglicder und unserer Mittel unter Gottes Beistand in immer größerem Umfange für das uns vorgesteckte Ziel — durch gemeinsames Zusammenwirken Gleichgesinnter die Lösung der Aufgaben zu fördern, welche das gesetzestrene Judenthum seinen Bekennern stellt — sich segensreich bewähren werde. Dieser Wunsch wird gewiß von Allen gctheilt werden, die in der Erstarkung des jüdischen PflichtbcwußtseinS und in der Belhätigung desselben das dringendste Anliegen der Gegenwart erblicken. Dem geschäftSführendcn. Ausschuß gebührt die vollste Anerkennung für seine umsichtige nnd erfolgreiche Wirksamkeit. Wir lassen hier noch das Verzcichniß der Mitglicder des Vorstandes, des geschästsführcndcn Ausschusses, sowie der Delegirten folgen. Der Vorstand wird gebildet aus den nachbenannten Herren: Rabbiner S. R. Hirsch, Frankfurt a. M., Vorsitzender. Rabbiner Dr. Auerbach, Halbcrstadt. Distriktsrabbiner Vambergcr, Bad Kissingcn. Rabbiner I. A. Buttenwiese», Mannheim. Benny Benjamin, Kaufmann, Frankfurt a. M. Rabbiner Dr. Earlebach, Lübeck. Rabbiner PH. Deutsch, Straßburg (Elsaß). Bezirksrabbiner Dr. Ehrmann, Baden (Schweiz). Provinzialrabbiner Dr. Eahn, Fulda. Selig Goldschmidt, Kaufmann, Frankfurt a. M. Theodor Homburgcr, Kaufmann, Frankfurt a. M. Dr. N. Hirsch, Rechtsanwalt, Frankfurt a. DD Rabbiner Dr. Kahn. Wiesbaden. Provinzial-

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