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Jeschurun · 1887-07-07 · Heft 27 (7.7.1887) · p. 420

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 27 (7.7.1887)
Article
Der Bene-Berith Orden
Date
1887-07-07
Page
420 (sequence 4)
Language
German
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420 nach Herrn Benjamin Hirschs Einbczengung, ohne תירה ועבודה, also ohne IlldenthuIN hier angcstrcbt wird, nicht das einzige Ideal deö Ordens sei? Und wenn der Orden seine Mitglieder als die ״Vesten Israels״ begreift, so hätte er nicht in diesem seinen Ideale zugleich das Ideal des IudenthnmS begriffen?? Möge Herr Benjamin Hirsch und seine orthodoxen Freunde sich ein Anderes von dem Orden vorgestellt haben, sie ändern damit nicht das Wesen desselben. Cs ist ihn! hiervon auch sicherlich eine Ahnung überkommen, da er sich genöthigt fand ״für uns Orthodoxe" das ganze Indenthum ausdrücklich zu bekennen. Nein, ihr Herren! Das ״allen Inden gemeinsame Arbeitsfeld" ist und bleibt das ganze Iudcnthnm. Wer תורה ועבורה, die Erkenntniß und praktische Bethätigung der spezifisch jüdischen Gesetze von diesem ״ArbcitSfelde" ausschließt, der bekundet so klar und unzweideutig, daß darüber gar kein Zweifel obwalten kann, daß er sich lossagt, oder keine Ahnung hat, von den! hehren Pricstcrbcrnfe Israels. Und wer als Jude in Gemeinsamkeit mit andern Inden das von dem Ordcubrudcr Kroncr geschilderte Hochziel ohne תורה ועבודה verwirklichen zu können wähnt, der setzt an Stelle des Iudcnthumö ein anderes Ideal, der untersängt sich, die von Gott Israel ertheilte Aufgabe nach eigener Willkür umzugestalten. Der spricht cS ans: nicht die treue Erfüllung des Gesetzes, welches Gott auf dein Sinai Israel ertheilt hat, ist die Aufgabe, welche von jedem Juden zu lösen ist. sondern cS steht einem Jeglichen frei, sich seine Lebensaufgabe selbst zu wählen; man kann תורה und עבודה verleugnen, und doch zu den Besten Israels gezählt werden, und doch alS einer dieser ״Besten" des pricstcrlichcn Berufs Israels in hervorragender Weise warten. Und damit soll keine Trübung der jüdischen Wahrheit bewirkt werden, und damit sollen die trotzdem sich zu dem Orden bekennenden Orthodoxen nicht im Geiste der Reform zur Kräftigung der Reform, wenn auch unbewußt, mit beitragen?? Was will cS dagegen hüben, wenn Herr Benjamin Hirsch cs als einen Vorzug der ״Logengesctze" rühmt, welcher sie dadurch ״vor vielen Mohlthätigkeilsvcrcincn" änSzcichnct, ״daß sic von den Inden, die nicht auf dein Boden des Ncligionsgesctzcs stehen, die Wahrung, des jüdischen Charakters mit uns in Brüderlichkeit und Einigkeit fordern, und das insbesondere unsere berechtigten religiösen Gefühle nicht verletzt werden dürfen?" Ja, worin besteht die ״Wahrung des jüdischen EharaktcrS", welche die Gesetze der Logen von den nicht auf dem Boden des NcligionSgcsetzcö sichenden Juden fordert? Der ״jüdische Charakter" einer jüdischen Institution kann nur durch Bckenntniß und Verwirklichung deö jüdischen Gesetzes gewahrt werden. Me der jüdische Charakter des Ordens aber ohne solche, ohne.תורה ועבורה, gewahrt erscheinen kann, ist unbegreiflich. Erblickt aber Herr Benjamin Hirsch schon in dem Um׳ stände, daß vielleicht in den Logcngcsetzcn vorgesehen worden, daß die Feste der Logen nur bei einem Male gefeiert werden dürfen, welches in Uebcreinstimmuvg mit dm jüdischen NcligionSvorschriftcn hcrgcrichtct ist, oder daß man in den Logcnvcrsammlungcn am Sabbath keine Zigarre rauchen darf, wenn ein oder daö andere Mitglied durch die Wahrnehmung einer solchen Uebcrtrctnng deö SabbathgesctzcS unangenehm berührt werden könnte n. dgl. m., eine Wahrung LcS jüdischen Charakters seitens einer die höchsten Ideale anstrcbendcn jüdischen Verbindung, so können wir hierin nur eine höchst bebaue׳.lichc Verirrung erkennen. Eine solche billige Rücksicht erfordert schon der gesellschaftliche Anstand. Gerade weil die Holbcrslädtcr Loge in ihren Statuten eS sich zur Aufgabe stellen muß, selbst für Nichlmitglieder jedes Mißvcrständniß anfzuschließcu und cs einer besonderen Hervorhebung bedarf, daß die höchste Zmtralleitung des Ordens dorthin spcziell mittheilcn ließ, daß man dicscrhalb an Klarheit und Deutlichkeit nichts vermissen lassen möge, zeigt unzweifelhaft, daß diese ״Wahrung des jüdischen Charakters״ nichts mehr ist, als die gnädige Gestattung der religiösen LcbcnSgcwohnheilcn innerhalb der Loge und die Forderung einer billigen Rücksichtnähme auf die Gcsühlc der auf dem Boden des RcligionSgesctzcs stehenden Ordensbrüder seitens ihrer diesen Boden nicht einnehmenden Genossen. Herr Benjamin Hirsch führt ferner den Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Aucrba ch in Halbcrstadt gegen uns an, welchen derselbe bei der dortigen InstallationSfticr gehalten. Es soll durch denselben die ״Grundlosigkeit" ״aller" unserer ״Ae׳nahmm vollends klar gelegt" worden sein. Da uns oiese Rede nicht vorlicgt, Herr Benjamin Hirsch cs auch nicht für nothwendig erachtet hat, dieselbe uns mitzutheilen, obgleich er ausdrücklich berichtet, daß diese Rede ״überall dahin abschriftlich mitgctheilt worden, wo man wirklich Belchrnng aufrichtig wünschte", so wissen wir nicht, was Herr Dr. Auerbach zur totalen Entkräftung unserer in Nr. 25 entwickelten Ansichten im Voraus angeführt hat. Wir bedauern es sehr, daß Herr Hirsch uns diesen Vortrag nicht mitgctheilt hat. Was er mit dessen einfachen Erwähnung allein aber bezweckt, ist unklar. Er kann doch unmöglich der Ansicht זו!: ן, daß seine vcrmcintlichc Berichtigung in irgend einer Hinsicht dadurch an Kraft gewinnt? Er möge cS uns nicht verübten, wenn wir vcrmnthcn, daß der gedachte Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Auerbach unsere Darlegung schwerlich wiederlcgen dürfte. Herr Benjamin Hirsch hat ja auch geglaubt, durch seine Mittheilungen nnS zu

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