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Jeschurun · 1887-05-19 · Heft 20 (19.5.1887) · p. 306

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 20 (19.5.1887)
Article
Israels ewige Aufgabe und Bestimmung
Date
1887-05-19
Page
306 (sequence 2)
Language
German
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306 (offen worden sei. Da solches nicht möglich ist, so bleibt cö eine unumstößliche historische Thatsache, daß daS Judenthum für die Juden unabänderlich ist und die Leugnung dieser ewigen Verpflichtung des israelitischen Stammes auf das Gesetz der geschichtlichen Wahrheit widerspricht. Von uichtjüdischcr Seite wird denn auch in der That eine neue Offenbarung, durch welche die frühere ausdrücklich aufgehoben sein soll, zur Rechtfertigung jener Zumuthuug mitangeführt. Das Faktum dieser Offenbarung wird jedoch jüdischer ScitS nicht äugenommeu. Während vom Standpunkt des JudcnthumS aus beide Behauptungen gleich unbegründet sind, erscheint, vom Standpunkt der beiden Gegenseiten, jedenfalls der. jüdischer ScitS erhobene noch nichtiger als der von nichtjüdischer Seite ausgehende. '12״ .אלה ההקים והמשיפסיס וההורת .׳Dieses sind die Gesetze, die Rechtsordnungen und die Lehren, welche Gott zwischen sich und Jisraclö Söhne gegeben hat, auf dem Berge Sinai in Moschchs Hand" heißt cS in dem Abschnitte der heiligen Schrift, den wir uns an diesem Sabbath vor die Seele führen. Alle die הקים, die unserer Sinnlichkeit Schranken ziehenden Satzungen, gegen welche der nicht von der jüdischen Wahrheit erleuchtete Geist sich bäumt, alle die משפטים, die die gegenseitigen Beziehungen der Menschen regelnden Ordnungen, alle die תורות, die unser Gcmüth und unfern Geis! veredelnden Lehren —י Gott hat sie Alle, das ganze Gesetz, welche das Judcuthn::: bildet, als ewigen, unantastbaren Bund gegeben. Israel hat keine Wahl, ״ ״״״,au u>!m! u;m nur auf dem Wege deö Gesetzes, nur in der diesem Gesetze bezeigten Treue, nur in der Anerkennung und Erfüllung dieses Gesetzes sichert cS sich die Nähe Gottes. Hier allein erblüht ihm der Segen zu jeder Zeit; der Absall, die Untreue und der Ungehorsam allein sind die Ursachen des Unscgcns, dem cS verfällt. Dieser Ansspruch GottcS schließt aber. jene ertja bene Offenbarung ab, in welcher der Segen und der Fluch, die Israel in der Flucht ber Jahrtausende treffen werden, in dem ganzen Ausmaße des Herrlichcn und Schrecklichen dargclcgt worden sind. ״ אם בהקתי תלכדWenn ihr in meinen Gesetzen gehen werdet und meine Gebote hüten und sic anöübcn werdet" spricht Gott zu Israel, dann wird euch das volle Glück in eurem hmiiedigen Dasein zu Thcil, jenes paradiesische Glück, welches der gesainmtcn Menschheit verheißen ist, wenn sie dereinst ganz zu Gott sich wendet und in der Jhu! allein in Wahrheit gezollten Huldigung daö Eintreten dcS GotteSreichS auf Erden m seiner kaum zu aljitcubcu Herrlichkeit fördert. Die vollste Harmonie aller irdischen Verhältnisse in den Gestaltungen der Naturereignisic, in der Sicherung dcS inncrn und äußern Friedens als Folge der Erfüllung des Gesetzes. . ואם לא תשמעו לי ולא תעשו את. כל המצות ״ האלה ואם בחקתי תמאסוWenn ihr aber mich nicht hören werdet, und werdet nicht anSführcn alle diese Gebote, — uttb wenn ihr Meine Gesetze verachten werdet, und wenn eure Seele Meine Rechtsordnungen verwerfen wird, damit alle Meine Gebote nicht ausgeführt werden, so daß ihr Meinen Bund anfhebet," so trifft uns das schreckliche Geschick, welches in den erschütterndsten Zügen gezeichnet wird, und wie eö sich an Israel vollzogen hat bis zu dieser Stunde. Bevor Israel das Land, welches sein eigen werden sollte, betreten, in der Wüste Sinai, auf dem Zuge von Aegypten nach Kcnaan, warihm hier seine ganze Zukunft bis zur Vollendung seiner und der Menschheit Erziehung enthüllt und als einzige Bedingung für den Segen die Erfüllung des Gesetzes, als einzige Ursache des Fluchs der diesem Gesetze cntgegengetragene Ungehorsam bezeichnet. Wie man Angesichts dieser Thatsachen von einer nur bedingten, nur zeitweiligen, aber längst anfgehobeneu Gültigkeit dcS Gesetzes faseln kann, ist völlig unfaßbar. Das Verhältniß, in welches'Israel durch die Erwählnng Abrahams, die Erlösung aus Aegypten und die Offenbarung am Sinai zu Gott eingctrcten ist, wird von Gott als כרית als GotlcSbund bezeichnet. ES involvirt diese Bezeichnung aber das Ewige, 1111׳ abäudcrtichc, Unbcdingle, das von allen äußern Umstünden Unabhängige.') Das Jndcnthum ist der כרית, die unabänderliche, unbedingte GottcSbcstimmung für Israel. Israel kann sich von der ihm gewordenen Pflicht und der ihm crtheilten Bestiminnng nicht loSsagen. Wenn darum auch da« Vcrhängniß, wie cS hier im 26. Kapitel dcS 3. Buch Mosis vorgezeichnet isr, sich an ihm erfüllt hat bis zu dieser Stunde, wenn cs bereits das furchtbarste Geschick erduldet hat in der Vernichtung sciucs Staatswcsens und der Zerstrcunng über die ganze Erde hin, wenn cS fliehen mußte ״vor dem Geräusch eines jeden verwehten Blattes״, wenn ״das Land seiner Feinde eS verzehrte", wenn cS dem Hohne und der Willkür überall und zu allen Zeiten ohnmächtig preiSgcgcbcn worden ist — so hat dennoch Gott cs in eben dieser Ossenbarnng, die ihm dieses Geschick um Jahrhunderte im Voraus angckündigt, ausgesprochen: ״ ואף גם זאת וכויAber selbst auch alles dies — selbst jo sic im Lande ihrer Feinde sind, habe Ich sie damit nicht verachtet und nicht verworfen sie zu vernichten, Meinen Bund mit ihnen an fzu heben." Die Erfüllung des ganzen 1j Siche Hirsch's Peittateuch-KommeiNar zu Genesis 6, 18

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