Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 2 (13.1.1887)
- Article
- Kollektiv-Berichte aus Ungarn
- Date
- 1887-01-13
- Page
- 22 (sequence 3)
- Language
- German
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Junger, so recht geheim, in profanen Disziplinen sich ' heimisch machen. Wir gestehen, daß wir diese indirekte Konzession, die Grundclcmcntc der Bildung als מים גנונים einzuschlürsen, für weil nachtheiligcr halten, als das offene strenge PerhorrcSzircn, ja diese Methode ist geradezu gefährlich. Einem Kinde gebe mau nie ein Messer zum Spielen. — Der auf sich selbst angewiesene unerfahrene Jüngling fühlt wohl daS mächtige Bedürfniß, ,גם מיד ומזח אל תנה ידיך, ober ohne Lehrer, ohne Führer und Wegweiser greift er oft zu den trioialsten Werken, um seinen Wissensdurst zu stillen, so wird seine Seele vergiftet, sein Geist cingesargt: und כך הוא דרכו ימל יצר הרע, bis et* schließlich nur בקברות התאוה in den Gräbern der Lust und Leidenschaft sich wohl fühlt. -- — Darum so ft mit der nichtsnutzigen und verderbenbringenden Gehcimthuerci, da darf cS kein Wanken 1111b kein Schwanken, fein Mäkeln und kein Feilschen geben. — Menschen, die aller Bildung bar sind, für die giebt cö heute kaum einen anderen Erwerb, als den Bettelstab; und wer will cö aus dem Gewissen haben, Hunderte talcntirtcr Jünglinge zu Bettlern zu qualisiziren, und wo. giebt cS eine größere בזוי התורה, als wenn ihre Träger und Pfleger an den Thüren der עמי הארי,׳ tun ein Almosen betteln müssen! — Für unö giebt cS kaum einen größeren Schmerz als den Anblick solcher hcrmnirrendcr נהרגים ער* קדוימ הימם, und dieser namenlose Schmerz bleibt -unö, ach, an feinem Tage erspart. Wen! die בכוד התורה w a h r Haft am Herzen liegt, wer den Fortbestand und die Kräftigung der Orthodoxie ehrlich austrcbt, der dars unscrn Appell nicht unbeachtet lassen, der muß sein Scherfleiu beitragen, daß unseren בהורים ehestens Gelegenheit und Mittel geboten werden, dem מוב תירה עם דרך ארק gerecht zu werden. Man gebe ihnen Lehrer, welche ihnen einige Stunden täglich systematisch in den nöthigen Fächern der Wissenschaft Unterricht ertheilen; man erwirke beim Kultusminister, daß בהורים, welche durch Privatfleiß sich die Kenntnisse einiger Klassen einer Mittelschule angeeiguct haben, an einer Staatsmittelschule taxfrei die Prüfung machen können; man erziehe gebildete בהורים, das heißt streng orthodoxe NabbinalSkandidatcn, welche den unabwcislichcn Anfordcrnngcn der Zeit entsprechen vermöge» — sonst droht die höchste Gefahr! Auch in Rücksicht dieser hochwichtigsten Angelegenheit wünschen wir die Transaktion der orthodoxen und konservativen Ltatu8-quo-Nabbincl׳. jehulichsl herbei. — O, wenn man doch in unseren orthodoxen Kreisen zur Besinnung kommen und die absurde Mähr nicht weiter kolportiren wollte, daß mau bei allem צדקות והמידות, bei dem strengsten Festhalten an תוימכ״ב und תרמכע״פ und jedem מנהג ישראל kein religiöser Jude ist — oder, um den richtigen Ausdruck zu gebrauchen, noch ärger als alle כופרים ופושעים ist — wenn man nicht jährlich einen Beitrag der DurchführnngSkommission leistet. — Wir können cS wahrhaftig nicht begreifen, wie גדולי והכמי ישראל יצי׳ו solche empörende Absurditäten unter ihrem Namen verbreiten lassen können. O, könnten wir den tonangebenden Faktoren der ungarische» Orthodoxie nur das altjndijche Wort ans Herz lernen מאן דבעי למהוי הסידא יקיים מילא דאכות. Mit welch frischem Gleichmnthe wird die Toleranz unserer großen Weisen unterdrückt. Die goldenen Senlenzen: אל תדין את הברך עד שתגיע למקומו; הוי דן את כל, האדם לכף זכות;לעולם הי׳בימק דוהה,ובשמאל מקרב וכוי וכוי, diese alle scheinen ans der Ethik der ungarischen Orthodoxie ganz gestrichen worden zu sein. — Welch himmelschreiendes Unrecht man den konscrvativen Rrttu8-t!u(>-Gcn!ciudcn und Nabbincn znfügt, sie erbarmungslos ans den Index zu setzen, das haben wir wie oft schon nachgcwicscn. Gegenwärtig könnten wir durch neue Thatsachcn jene fixe Idee an den Pranger stellen. Wir erwähnen von den vielen bloS die Situation der konservativen Inden in Debrcezin und ihres würdigen Rabbiners. In Dcbreczin hat bis vor einem Jahre eine sehr bedeutende 8tM>18-qno-Ger!1einde, mit dem Nabdincr Herrn Jom Bernfeld an der Spitze, bestanden, — neben ihr vegctirtc eine winzige köpf—(ose Kongreßfrakuon. Bor Jahresfrist gelang cS der kleinen Kongreßfraltion, eine Verständigung mit der 8tut,1?-quo-Gemcinde anzubahnen, sie ließ sich einige Konzessionen machen und trat in corpore in den Verband der 81atu8-<1»0-Gemcinde. Wie wir schon längst gesagt, ist eine Vereinigung von orthodoxen oder konservativen 8tatn8-quo-Gemcindcn mit Kongreßlern eine McSallian; — eine solche Bereinignng führt erst recht zur weitgehendsten Trennung. — So geschah eS auch in Dcbreczin. Die VcrcinignngS- Hymne war noch nicht verklungen, da konslituirtcn sich die konservative» Elemente zu einer autonomen orthodoxen Gemeinde, und der ehrwürdige Herr Rabbiner hat seiner Gemeinde den Fehdehandschuh hingcworfen.^— So mauifestiren die konservativen mib Status-quo- ׳Rabbiner und -Gemeinden allenthalben ihre streng orthodoxe Gesinnung und bringen daS über sie verhängte Interdikt zu Schanden. Aber ans der Debrecziner Afsaire und ähnlichen Vorkommnissen mögen die orthodoreu und konscrvcttiven Gemeinde» die Lehre ziehen, daß ein Paktiren mit Kongreßlern nur Unheil im Gefolge hat. — Mit weich frecher Stirn haben die Ncologen in Papa daS orthodoxc Gros der Gemeinde zu tcrrorisircn gesucht und Skaudalszencn herbcigesührt, wie solche selbst in den