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Jeschurun · 1887-01-13 · Heft 2 (13.1.1887) · p. 21

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 2 (13.1.1887)
Article
Kollektiv-Berichte aus Ungarn
Date
1887-01-13
Page
21 (sequence 2)
Language
German
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sehr wohl, schauen ihnen oft tief ins Auge,. und dieser ״Spiegel der Seele" vcrrath uns oft den innen! Zwiespalt, die Unzufriedenheit mir sich selbst, und auf unseren Lippen schwebt die Frage: O, Ihr Feiglinge, warum habet Ihr nicht den moralischen Math, Eurer lieberzcugung Ausdruck zu verleihen, ihr zum Siege zu verhelfen? — Rollt in Euren Adern Hasmoiläerbfnt, so ziehet muthig in den Kampf, fürchtet die Ucbcrmacht nicht — seid Ihr!feige und zaghaft, nun, so thuet wie die Schrift gebietet איש הירא דרך הלבב, entmuthig et Andere nicht, verlasset den Kampfplatz und kehret in Eure Stube, sitzet dort בין הנדר ונירים und schweiget, schweiget! — Wir hoffen, daß diese Zeilen an die richtige Adresse gelangen und Beherzigung finden werden; wird man sich aber zu diesem לשון פני בהוד nicht verstehen wollen, dann werden wir cs uns nicht verdrießen lassen, im Interesse der heiligen Sache, für die wir seit Jahren kämpfen, den Schleier zu lüften und offen zn sagen, was wir vorerst noch verschweigen wollen.- Jüngst berichtete ein hierlandischcs, vielgclesencS jüdisches Organ, der Präses der autonomen orthodoxen Gemeinde zn Pest habe bei sechs autonom -orthodoxcn Rabbincn angefragt, ob cs על בי דין הורה gestattet sei, einem erst vor Kurzem ans dem Status-quo- Lager in den ״allein scligmachendcn" Schoß der Durchsnhrungskonunission übertrctcnen Rabbiner in einer autonomen orthodoxen Gemeinde mit der Leitung der rabbinischen Agenden zu betrauen. — Diese frappante Mitthcilnng hat unseres Wissens von keiner Seite ein Dementi erfahren, und da ist man wirklich verlegen, sott man die Unverfrorenheit des Fragestellers, oder die Naivität der Antworterthciler anstanneu! — Aber begierig sind wir doch, wenn z. B. der in chassidäischcn Kreisen hochgeseicrte, in den jüngsten Jahren heimgegangene הרב הגאון החסיד סו׳ד. יודא יקתיאל ז״ל Oberrabbiner der stühcren 8tatu8-,ju0-Ge!!1einde zu Szigct, wenn dieser auf so ein vakantes autonomorthodoxes Nabbinerämtchen rcslektirt hätte, ob auch da ähnliche שאלות והשובוה vom Stapel gelassen worden wären!— Wer hat den Math, uns ans diese Frage der Neugierde offen und ehrlich und aufrichtig zn antworten?! Merkwürdig aber ist's, das erwähnte Blatt brachte auch eine Liste der in Kombination gebrachten Kandidatcn, unter denen auch einer sigurirtc, der früher eine lange Reihe von Jahren in einer ausgesprochenen Nesoringenlcinde snngirte, und betreff des בשרות dieses Herrn gab'S gar keine Frage und Antwort. Doch wer vermag die Inkonsequenzen anjznzählcn. die im Leben der ungarisch-jüdischen Orthodoxie einander ablöscn. — Es ist mehr als betrübend, daß unsere גדולים rS nicht cinschen, oder richtiger den moralischen Muth nicht haben, cs einzngestehcn, daß sie ans dem von ihnen cingcschlagencn Wege nicht cheharren dürfen, wenn sie die vitalsten Interessen des orthodoxen IndcnthumS nicht aufs Spiel sehen wollen. Wie lange noch will malt beispielsweise mit der Reorganisation der יישיבות warten? Haben auch die jüngsten Ereigllisse nicht laut, nicht beredt genug gesprochen und die zwingende Nothwendigkeit dargcthan? — Wie lange noch will man an der fixen Idee festhalten, daß cs ein Verbrechen, eine Sünde sei, statt das Bezirk der Bezirk zn sagen? — Wie lange noch will man die Pforten der 7^vw*Stubn1 vor jeder Grammatik :e. verschlossen hatten? — Sie lange noch will man fortsahrm, den armen 1ח00ז3111־׳יישיבה jede Karriere abzuschncidcn und unsere vorzüglichsten בהורים von seichten, hohlköpfigen Seminaristen verdrängen lassen? — Diese Unterlassungssünde werden unsere ׳ישיבהLeiter nie verantworten können, weder vor Gott noch vor Menschen., Allerdings muffen wir zucrkenneu, daß man rein לשם לששים. diese schwere Unterlassungssünde begeht, allein was frommt die כונה רצויה wenn die שעשה אינה רצויה ist! — Oder geht man etwa von dem Grundsätze ans נתלה עבירה לששה ששצוה שלא לששה? -Wenn man dnS ehre- und brodabschncidende Verfahren von mancher Seite als Kritcriunl annehmen wollte, müßte .n!an fast zn diesem Schlnsse.gelangen. Doch ferne sei der Gedanke, גדולי ישראל znzumnthen, sie hätten eine einfache Sentenz unserer חבשים זל miß.׳ verstanden. Der Ausspruch נתלה עבירה hat nur Bezug ans עבירות שבץ אדם לשקום, aber nie und niiumcr ans עבירות שבץ ארם להבת. — Nun denn, lnan merke und beherzige cs, die odgenannte Unterlassnugssünde ist eine eminente עבירה שבין ארם להבת. Man entzieht den בהורים das, was ihnen in Zukunft eine Existenz bieten könnte. Die תורה soll doch nicht zn einem ,קרתם לחפור בד herabsinken, — aber!leben der .^^-Kenntniß ist auch ein קרתם לחבור בה UNentbehrlich, wie auch unsere חבשים דל sagen בל תורה שאץ עשה נזלאבה סובה בשלח וגוררת ערן. -- Und wenn die AnSschließnug jener profanen Bildung systematisch fortgeführt wird, dann werden unsere ישיבה- Jünger mit der Zeit nicht einmal mehr zn ששישים taugen, denn in unserer;natcrialistischen Zeit stellt inan auch an einen ששש Anforderungen, denen ein großer Thcil der בהורים kaum entsprechen dürfte. Es gicbt wohl einige וש^ס^ישיבה:, welche eine — man wäre versucht, zn sagen rühmliche — Ansnähme machen und so שאחורי הברנור cö den בחורים stillschweigend gestatten, profane Bücher zur Hand zu nehmen. Sie sehen die Nothwendigkeit ein, erkennen cS als ״n o t hwcn d lg cs Ueb cl" und mit zngedrückten Augen gewähren sic, daß hinter ihrem Rücken ihre

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