Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 3
- Article
- Literarisch-kritische Übersicht
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 22)
- Language
- German
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112 LUerarisch-kunsche Übersicht. rische Behandlung, verherrlichende Ausschmückung des Nechlüsystemö, wie es anS den Händen der späten Easuisten hervorgcgangen, mit Ablengnnng der inneren Entwickelung und äußerer Einwirkungen, mir blos durstiger Vergletchnng einiger neueren NechlS- Handbüchcr, ist ein verfehltes Unternehmen. Dahin müssen mir daher das Werk Frankels über den Beweis mich jüoiichen Gruudsäxm rechnen. Die Geschichte kommt in. ihm nicht zu ihrem Rechte, und leise Anspielungen werden zu herrlichen NcchlSgnuld-' sätzen auügeschmückr. Schon attS seiner Zeitschrift kannte man das Bruchstück über Öffentlichkeit und Mündlichkeit, wo Ln jene rohen Anfänge deö Nechtövcrfahrcrrs alle reich entwickelten Ideen unserer Zeit hincingctragcn werden sollten. Alle altert Völker hatten ein öffentliches und mündliches Verfahren, aber mit allem Schwanken der Nechtözustände, mit aller Unsicherheit der Rechtssprüche, die ohne die genügenden Vorsichtsmaßregeln durch dieses Verführen erzeugt werden. Dieses führte eben zu dem schriftlichen und heimlichen Verfahren, das zwar größere Sicherheit bot, aber der Berührung mit dem Leben, der Quelle auch des -Rechtes, entbehrte, und man kehrte nun zurück zu dem naturgemäßen Verfahren, dem man aber alle neugewonnenen Resultate zuführre, -S auf diese Weise vervollständigend und berichtigend. Die Juden blieben allerdings, wie in allen Stücken, bei der Urciurlchtung, sie wohl künstltch auöbessernd, ohne jedoch einen netten Geist ihr einzuhauchcn; darin alle Resultate der ungeheuren Geistesarbeit aufjnfindeu, welche die Rechtswissenschaft in der langen Zeit sich erworben, dazu gehört eine unbegründete Vorliebe, und deren Nachweis ist eine bloße Künstelei, die der Wahrheit widerstrebt. Wie in diesem Punkte, so ist cö noch mit vielen andern. Auch der Einfluß der Schriftdeutung, die oft seltsame Rechlöcntscheiduugen zu Wege, brachte, wird ignorirt; wenn es auf der einen Seite wahr ist, daß man durch diese Deutungen die bereits herrschende Praris sanctionircn wollte, so darf man jedoch auch nicht verkennen, daß namentlich in späterer Zeit nicht minder ans ihnen neue Bestimmungen hergclntct wurden, die mit einem Ncchtösysteme in ganz losem Zusammenhänge stehen, ja sich gar nicht in cö fügen wollen.. Wenn ferner der Einfluß fremder NechtSbegrisse ganz in Mrede gestellt wird, so widerlegt eine aufmerksame Vergleichung