Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 3
- Article
- Literarisch-kritische Übersicht
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2929020-2929046-2929049-2932706--3284-2932744- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 2× ep/1000834
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
Geschichte. 109 Steinschneider (Manna), und Meiscl (Prinz und Derwisch). Wir verspüren uns den Blick ans die Werke jüdischer Verfasser, welche die ältere jüdische Geschichte zu ihrem Gegenstände haben; das schöne gerundete Werk über Palästina von Munk, die mit französischer Eleganz, aber mit geringer Krnntniß jüdischer Schriften unternommene Darstellung der Nömerhcrrschaft über die Juden von Salvador und Herzfeld'ö „Geschichte deS Volkes Jiörael von der Zerstörung des ersten Tempels rc." erster Band, die Frucht mühsamen FleisteS, bedürfen einer tiefer eingehenden Beurthcllung. Voll großer Bedeutung sind noch die neusten Mitteilungen auS alten zu Odessa befindlichen Bibel-Handschriften, von denen eins leise Kunde zuerst in die hebräische Zeitschrift Zion drang, auS welchen ein größeres lithographirtes Faksimile, den Propheten Habakuk enthaltend, geliefert zu haben, fast daS einzige Verdienst Pinn er's ist. Er beschreibt in seinem „Prospekrns der, der Odeffaer Gesellschaft für Geschichte und Alterthümcr gehörenden ältesten hebräischen und rabbinischcn Manuskripte rc. (Odessa L845)" die Handschriften mit derselben Schülerhafngkeit, welche bereits seine Thalmndübersetzung charcrkterifirte *). Interessante Untersuchungen über denselben Gegenstand hat jedoch Luzzatto in „Halichoth Kcdcm" angcstellt. Die volle Bedeutsamkeit dieses Fundcö zur Erkenntnis; der äußern Tertesgcschichte ist noch nicht herauögestellt. Auch hierüber behalte ich mir ausführlichere Nachricht vor. *) Nur ein Beleg mag genügen zue Charakteristik des StylS und der Sachkenntnis;. Bei der Beschreibung eines Coder, welcher die Gebete der Karaer enthalt, heißt cs S. 52: „In den Gebeten am 9. Thamim:- und am 7. Ab kommt ein chaldaischcr Ausdruck (!) vor, der fast einzig in seiner Art ist. Denn alle andern Gebete der Karairn sind entweder aus bibl. Versen zusammengcstellt oder sie bestehn ans ganzen Psalmen; nur sehr wenige sind ganz orlginel (!)... Dieser eigen, thümliche obenerwähnte Ausdruck lautet," und nun felgt ein chaldäischer Sah — was man hier unter Ausdruck verstehn muß — der nichts Anderes ist als der Vers Esra 5, 12! — Die große Wichtigkeit, welche Hr. P. auf die S. 69 reserirte Variante Ln Raschi 1 M. 30, 22, wo die LA. unserer Ausgabe — mit der beide Vreithaupt u. c. 1489 übereinstimmcn —- „kaum zu erklären" sein,soll, während der Münchner cc>6. liest: LP PLlM KLLN, mag gleichfalls einen Begriff van dem gehen, was Hr. P. z« erklären uud zu beurtheilcn vermag. - '