Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 3
- Article
- Literarisch-kritische Übersicht
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 12)
- Language
- German
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102 Literarisch-kritische Übe,ficht. sarne Gerechtigkeit; doch wenn tvir die abiveichende Ansicht aueg^ sprochen, so kehren wir mit liebender Hingebung zu ihm zurück und lernen gern und — lernen viel. — Bloö eine kleine Arbeic ist unö unterdeß von ihm gereicht worden, Ln dem „Wiener Jahr buche für daö I. 5603"; die Todcölage berühmter Männer in den Monaten Januar, Februar und Marz werden mrö verzeichne-. Wenn ein lebenösrischcr Mann Todtenlränze auf Gräber legt, so soll auch neueS Leben auS ihnen crblühn; ich möchte hoffen, d.>si auch diese Kranze nicht auf den Gräbern welken, sondern anög»- strsule Saatkörner seien. Möge diese Hoffnung mit dem nächsten Jahre nicht gleichfalls in den April geschickt werden wie dieJah reSLage selbst. Im Allgemeinen steht dieser letzte Jahrgang des Jahrbuches an Gediegenheit dem vorjährigen nach) neben dem Arbeiten Vhilippson'S, Luzzatto'S, auch Wrnheimer'6 und Sander s lesen wir viele poekisirende Faselei, Hcransbcschwörung eincü jüdischen Jargon^Lebenö, daS ltnü ein piguanreS Novellen - Nagour geben soll, und nicht selten Verunstaltungen der deutschen Sprache. daS mag vielleicht für 5603 passen, nimmermehr für 18-L7. Ter Herausgeber Lhate gut daran, wenn er den schlechten Geschmack Mancher weniger berücksichtigte und daü Publikum wie früher mehr hinaufzuziehen bemüht wäre. Zuuz kennt unsere Zeit, aber ihr Streben erkennt er nicht an. Anders ist eö mit Hrn. Napoporr: auch er erkennt daS Streben der Zeit nicht an, aber er kennt sie auch nicht, er scheint kaum ein Organ für sie zu haben, darum schimpft er gegen deren Grzeugnlsse, aber im Glauben, eö seien Dieö einzelne Auöwüchff. nicht deren vollsastige Früchte.' Herr Napoport dreht sich in einem engen Kreise herum, und da grabt er mit vieler Müde nochmals und abermals den Boden auf, zuweilen kommt ein Fruchrlsin, zuweilen auch ein Kiesel, und er zeigt ihn bewnn. dernden Jüngern -als einen Edelstein. Wir nehmen auch diese Arbeiten dankbar an; wenn er nur nicht gar so wild sich gebärdete! Wir übergehen seine letzten Arbeiten im Khercm Chcmed, wir seine Einleitung zum Parchon; wir bleiben bei seinem neuesten Produkte, dem Vorworte zu den „Gutachten der Geonim." M fthlt 'hier nicht an einzelnen guten Bemerkungen. Der Nachweis, kaß die Sammlung von Josts Tobelem angelegt worden und