Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 3
- Article
- Literarisch-kritische Übersicht
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 11)
- Language
- German
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Geschichte 101 begonnen, die immer weiter vor unfern Augen sich entrollt. Es liegt ein reiches Detail der Geschichte innerhalb dieser drei kleinen Perioden der neuesten Zeit, eine Masse von Begebenheiten, von Anstrengungen, von literarischen Erzeugnissen; aber ich dächte, eö fügt sich Alleö in diese Skizze der bewegenden Ursachen, und auö ihnen heraus müßte Atleö dargestellt werden, die gesunde Fruchi der neuen Entwickelung, wie daö nutzlose Widerstreben, der deharrliche Kampf der frischen, an den edlen Ideen der Zeit sich nährenden Kräfte wie das Widerstreben der Gewohnheitölnächte, welche im . faulen Besitze die unwiderstehliche Macht deö Geistes verkennen, ihrer spotten. Alle Halbheiten mit ihren Vermittelungen, mit ihrem Schielen nach der neuen Wahrheit, ihrer Schmiegsamkeit an daö alle Bestehende, ihrem Hochmuthe wegen deS Glaubens, an beider Tafeln zu schwelgen, sie alle müssen sich im Gange jener Entwickelung unserem Blicke in ihrer wahren Gestalt zeigen. In diesem Sinne muß auch die jüdische Geschichte der neuesten Zeit noch geschrieben werden. Darum verkennen wir wahrlich nicht den Neichthnm Leö Materials Ln der Iost'schen Geschichte, die Unbefangenheit der Auffassung, die aufrichtige Hingebung an den Fortschritt; eö ist ein Werk des Ernstes, nur entbehrt eö der Weihe, welche die Muse ihm geben muß. — Bor dem Anblicke mancher andern auf Gelvinn berechneten, vielleicht auch gewinnbringenden buchhandlcrischen Unternehmungen, welchen die Geschichte der Juden sich fügen soll, verhüllt die Muse zürnend und ticfbctrübt ihr Antlitz; ich fürchte ihre strafende Rede und gehe gleichfalls lieber vorüber an denen, die ihr Gewalt anthun wollen, denen sie jedoch Ln ihrer göttlichen Natur sich entzogen. Die Bearbeitung der Geschichte der neuesten Zeit ist selbst eine Thal deö Lebenö, geweiht durch die Wissenschaft; die Geschichte der Vergangenheit ist Wissenschaft und soll erfüllt sein von der lebendigen Idee. Sie findet zahlreichere Freunde, weil hier der Mangel an Thatkrast sich leichter verbergen läßt. Über das größere Werk, daö Zunz'ö reicher Geist nnö geliefert, habe ich in ausführlicher Weise mich bereits im vorjähriger: Lireraturblcut zum Israeliten ausgesprochen. Mehr wird unsere Kenntnisder Erscheinungen der behandelten Zeiten alö unsere Einsicht in die Zeiten selbst gefördert, es waltet mehr Pietät qls -uybeug-