Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 3
- Article
- Literarisch-kritische Übersicht
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 8)
- Language
- German
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98 kiterarisch-kritische Übersicht. .Deutschlands mußten, bei dem Mangel an allem gesunden Siaais^ leben, an allen wirklich volkstümlichen Traditionen, ideelle Sur. rogate, die an Überspannung litten, anöhelfen: Franzosenhasi mit -inseitigem Deutschthnm, romantische Liebhabereff zum Mittelalter, mit seinem deutschen Reiche, daö man nun nach seiner vollständigen Auflösung nicht seiner langen, schleppenden Cristmz nael), sondern umstoffen mit idealem Glanze betrachtete, und die verlangte Tüchtigkeit der Gesinnung und sittliche Religiosität artete in burschikose körperliche Kraftaußerung und sentimentale Christlichkeit auö. Auch diese Gesinnungen waren natürlich den Juden, die nicht aus den alten deutschen Urwäldern gekommen, nicht für die Nibelungen mitschwärmen konnten, nicht das äußere deutsche Gepräge deö blonden HaareS und der blatten Augen hatten, die Christlichkeit nicht im Munde führten, nicht befreundet, und die sogenannte liberale Richtung zeigte sich in VolkLanstäufen wie im socialen Leben gegen die Juden inhuman, gehässig. Die Juden selbst waren unter solchen Umständen noch nicht gekrastigt genug, um mit Entschiedenheit für ihr Recht crustrelen zu können; erst im Begriffe, auS dem Mittelalter heranSzutrelm, wußten ihre besseren Geister nur zu unterhandeln, zu Litten, zu verteidigen, nicht die scharfe Waffe deS guten Rechtes zu gebrauchen, und die Gesammthciten waren noch nicht geweckt genug — mit der rühmlichen Ausnahme der Gemeinde zu Frankfurt am Main, — um wenigstens^ für die Erhaltung dcö Erworbenen den, wenn auch unfruchtbaren, doch ehrenvollen Kamps zu wagen. In dieser Mauherzigkeit, bei der Erfahrung, stets zurückgedrängt zu werden, und bei der Furche, noch weitere Rückfälle zu erleiden, mußte der Abfall in daS Lager der Inden verderblich eindringcn, namentlich bei Solchen, die sich in ihren Gesinnungen zu weit vorgeschritten fühlten, um die drohcndcn mittelalterlichen Zustande ertragen zu können. 2m Allgemeinen jedoch wirkten die begonnenen Umgestaltungen, die ihrs Conseguenzm doch nicht ganz cinbüßten, still, aber mächtig auf die Umwandlung der inneren Zustande, man trat immer mehr in Berührung mit den geistigen Mächten der Zeit, und die Jsolirung fihwand immer mehr. Eins neue Literatur, getränkt mir den ClemenkN deutscher Wissenschaft, erwachte, wenn auch langsam, und auch das religiös-.Setzen rang nach einem bestimmteren allgemeinen,