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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1847-01-01 · Heft 3 · p. Seite 96

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1847
Issue
Heft 3
Article
Literarisch-kritische Übersicht
Date
1847-01-01
Page
Seite 96 (sequence 3)
Language
German
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Geschichte 93 Notizen. Als neue Zustände die Welt bewegten, der Flügelschlag des Geistes die Wissenschaften wieder erweckte, als auch die Juden auf kurze Zeit aus dumpfem Schlummer' erwachten, da wühlte man in der Vergangenheit und liebte die Geschichte, ihre Träger wurden Abraham Sakkhutb, Asaria de'Nossi, Gedalia Jachia, David Ganö u. A. Spater war eS mehr die Neigung eines Einzelnen, die ihn zn geschichtlichen Studien trieb, bis die Gegenwart, mit Begierde dieselben umfaßt*). *) Es ist eine schiefe Geschichtsauffassung des Hru. RapoPort, wenn er in der Einleitung zu den „Gutachten der Geonlm"^ (Berlin 1848) 9!) und 10a die Behauptung aufstcllt, geschichtliche Werke entstünden nachgroßen Unfällen und Zersplitterungen, indem die großen Männer der folgenden Periode wieder die Mutbloscn und Zerstreuten cm suchten und sammeln wollten. Schon die Absichtlichkeit, die hier literarischen Produktionen beigelegt wird, zeigt von dem Mangel an einer Liefern Erfassung des geistigen Ganges in der Geschichte. Doch hören wir die Belege für diese Behauptung! „Csra hat die Chronik geschrieben nach der Rückkehr ans Babylonien." Wer so biblische Kritik übt und die Chronik ein Werk C'sra's sein laßt, als ein recht gläubiger Anhänger jedes thalm. Satzes, der kann freilich Alles beweisen. Im alten nationalen Leben ist Kenntniß der Vorzeit inniges Bedürfnis, ein großer Theil der althebr. Literatur ist daher Geschichte, und die Chronik ist blos eine tendentiöse Umarbeitung der alten historischen Bücher. „Nach den Kämpfen bei Vethar schrieb Joße das Sedar 'Olam." Aber in diesem S. O. wird mit Ausnahme eines Sätzchens am Schluffe blvS die biblische Geschichte behandelt, eö ist eine Baraitha, die die geschichtlichen Particen der Bibel bearbeitet, wie andere es mit den gesetzlichen Theilen thun. „Als der Abfall durch das erstarkende Ehristenthnill in das Judenthum eiudrang, da ordnete Rabbi dg'e Mischnah und stellte auch in Kürze, ausführlicher sein Zeitgenosse Nathan, die Aufeinanderfolge von Lehrern und Schülern im Tractale Aboth auf." Me schief! Das schöpserlsche Leben irn Iltdentburne war allerdings reesiegt, man schloß daher ab mit der Mischirah, und erst die babylonischen Schulen brachten wieder eine gewisse Regsamkeit hinein; durch solchen Abschluß ward auch die Zusammenstellung der Sittenlehren nach einer gewissen Zeitsolge veranlaßt, aber wie läßt sich das — Geschichte nennen? Den Verfasser der „Aboth des N. Nathan" aber zum Zeitgenossen des Rabbi zu machen, das vermag bloS Antoren-EiLelkeit, die einen einmal gethanen Ausspruch nicht zurücknehmen will (vgl. oben Heft 1 S. 20 ff.). „Als zu der Zeit des Gaon Saadiaö der Philosophie Zweifel gegen das Jndenthum erregte, als die Karäer die münd-

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