Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die religiösen Thaten der Gegenwart im Judenthume
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 6)
- Language
- German
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Die religiösen Thatcn der (hegenwa't. 86 Durch die Scheidung in theoretische und praktische Fragen ivnrvc die Versammlung plötzlich auf einen andern Boden versetzt, von dem der praktischen Vermittelung ans die wissenschaftliche dampft dahn geführt, und statt des Versuches, eine Einigung für das Leben, selbst von verschiedener! individuellen Überzeugungen aus, zu gewinnen, trat die Notwendigkeit hervor, der eignen Meinung, selbst wenn sie noch keine praktische Folge haben tonnte, den Sieg zu verschaffen. Da aber dennoch die meisten Acvner bei der De» batte die Rücksichtnahme auf die unmittelbaren praktischen Anforderungen nicht auö den Augen verloren, entstanden theilo öftere Unterbrechungen, alü schweiften sie von dem vorliegenden beste icr Debatte, der durch künstliche Spaltung eine selbstständige Geltung erlangt hatte, ab, thcilö Unsicherheit im Ausdrucke, weil man nicht mißverstanden werden wollte, den entschiedenen Ansdruck fürchtete, der nur seine Schärfe durch die daran zu knüpfende Vermittelung für die Gegenwart verloren hätte, und endlich gab Dies zu einer Spaltung Veranlassung, welche immer mehr durch die hochmüthige Theorie als durch die schmiegsame Praxis erzeugt wird. Genug, das Ergebniß der Verhandlungen war, daß man darin übereinstimmte, es finde sich in den biöher für daS Judentum als gesetzlich betrachteten Urkunden keine Vorschrift, welche die Abhaltung des Gottesdienstes lediglich in der hebräischen Sprache verlange, daß Viele den Ausspruch thaten, eS sei überhaupt zu einer solchen immerwährenden Beibehaltung deS Hebr. für den öffentlichen Gottesdienst keine Notwendigkeit vorhanden. Alle jedoch darin übereinkamen, cs liege gegenwärtig daS Bedürfniß einer angemessenen Verschmelzung des hebräischen mit dem deutschen Elemente vor, Leides müsse daher Aufnahme finden. Wenn diese Übereinstimmung für den in der gegenwärtigen Prariö anzuwendenden Grundsatz sich hcranSstellre, so blieb doch die Anwendung selbst eine sehr schwierige. Bereits der Hamburger Tempel, hatte diesem Grundsätze Geltung verschafft und ließ sich in der Ausführung von dem Gedanken leiten, daß die Gebetstücke, -welche durch ihr Alter eine gewisse Verbindlichkeit erhalten, in der Ursprache verhüten sollen, wahrend die minder wichtigen in der Landessprache zu sprechen seien. Es war dagegen bemerkt worden, daß die Gegenwart hiemit dem Herkommen sehr weit nachgefttzt