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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1847-01-01 · Heft 3 · p. Seite 87

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1847
Issue
Heft 3
Article
Die religiösen Thaten der Gegenwart im Judenthume
Date
1847-01-01
Page
Seite 87 (sequence 4)
Language
German
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84 Dic religiösen T'haLen der Gegenwart. Lloö mit unfern gegenwärtigen schwierigen Verhältnissen;n entschuldigen sind, aber dei dem ersten Versuche praktischer Ausführung einem consequentcren Verfahren Platz machen müssen. In der Thal zeigte sich bei dem Entwürfe zu einem Gebelbuche, welchen die dazu eingesetzte Commission unternahm, sehr bald dic Norhwmdigkcir weiter hinauözugrcifen. Auch die Ncformgcnosscnschasr in Berlin, der Nachmittag-Gottesdienst in Worms und ähnliche neuere Versuche haben daS Ziel weiter hinanögestcckt; nur sind dieselben wegen der großen Änderung in der Form ängstlich gewesen in Beziehung auf den Inhalt, und um den durch dw Einführung der .-urschen Sprache gestörten Zusammenhang mit dem bestehenden Skeödiensie nicht ganz auszngcben, haben sie cs mit der Neinigung des Inhaltes weniger genau genommen. Die Dauer unseres Gottesdienstes, der die drei Elemente enthalten mußt Gebet, Belehrung durch die heilige Schrift, Erbauung durch die Predigt, ist so ermüdend geworden, daß eine Abhülfe in diesem Punkte von allen Seilen als dringend nochwenvig zugestanden -wird. Jemehr die Belebung durch frische neue Zuthat — Predigt, deutsche Gebete — und durch ästhetische Verschönerung versucht wurde, umsoweuer mußte das Zeitmaß für den Gottesdienst hinanögernckt und das Übel nur verschlimmert werden. Man. hat die Piutim beseitigt, einzelne Gebete gestrichen; allein eine durchgreifende Abkürzung aller Gebete, die auch ihrem Inhalte zu Statten kommen wird, ist norhig. Auf diese Einzelheiten konnte dic N.-V. freilich nicht entgehn, allein die Versuche der neusten Zeit verwirklichen diese Ansprüche immer mehr. Wirksamer war der Beschluß der N.-V. für die Abkürzung des zweiten Elementes, für die Einführung deS dreijährigen CykluS bei dem Vortesen aus der 2horah. Wenn durch diese Abkürzung schon die Abspannung und Unordnung vermieden wird, welche das Vorlesen eines unverhältnismäßig langen Abschnitts erzeugte, so ward auch für die bessere Erreichung des Zweckes, den Inhalt der Bibel sich anzucignen, dadurch gesorgt, daß sich der Vorlesung nunmehr eine Erklärung anschließen sollte, und wo diese Einrichtung Aufnahme fand, geschah eö in der Weise, daß diese Erklärung mit der Predigt Woche um Woche abwechselt und daher nicht eine neue Verlängerung einmtt.

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