Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die religiösen Thaten der Gegenwart im Judenthume
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 2)
- Language
- German
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«2 Die religiösen Thaten der Gegenwart. in scchö Fragen ihr vorgelcgr, pämlich ob und inwieweit die hebr. Spräche beizubehaltm oder nüt der Landessprache zu vertauschen sei, wie das Dogma des Messias im Gebete ansgedrückt werden solle, ob die Wiederholung der Schernoneh -'Eshrch, resp. der Birkhath scheba', und das ganze Mnßaf.>cbet noch ferner nölhig, n ie daS Borlcscn auö der Thorah dem Zroeckc religiöser Belehrung angemessener cinznrichtcn, wie Lchosar und Lnlab ästheiischcr zu gestalten sei, und ob die Orgel beim Gottesdienste zulässig erscheine. Wenn Fragen dieser "Art nicht blos theoretisch beantwortet werden sollen, sondern stets die Rücksicht auf unmittelbare praktische Einführung der gewonnenen Resultate dabei leitet, so treten leicht Umstände ein, die die Beralhnngen und die Entscheidungen irr ein schiefcS Licht stellen. Die Männer selbst, welche ihr lindert crbgebcu, gcratheu leicht aus einen von zwei Abwegen, von Venen einer für die Prarjs, der andere für die Wissenschaft gefährlich ist. Die Einen treten mit der ganzen theoretischen Schärfe hervor, sprechen von dem Standpunkte der gewonnenen wissenschaftlichen Überzeugung die Anforderung an die Gegenwart ans, sich die Resultate dieser ihrer Überzeugung anzueigncn und alsbald zu verwirklichen, ohne zu bedenken, das; eine größere Gesammtheir, ans dm verschiedensten Standpunkten sich befindend, von den verschiedensten Einwirkungen abhängig, nicht mit der Raschheit sich in neue Zustande zu versetzen vermag, welche der denkende Vertreter des religiösen Lebens in seinem Geiste sich bereits fertig gebildet; die scharfe Anforderung kann daher nicht bloö in ibrer vollen Konsequenz nicht verwirklicht werden, sondern sic stößt überhaupt ab und erregt auch Bedenken gegen Zugeständnisse, welchen man sonst geneigt gewesen, sie entbehrt daher gerade deS praktischen Erfolges, welchen sie beansprucht. Dies erkennen Andere, wollen aber, statt den Abstand der Theorie von der Praris einzugestehn, jene dieser zu (Gefallen umdenlen; nur soweit sie in der tharsächlichen Reform vorschrciten zu können hoffen, wellen sie auch prmcipicU die Granzer, der Reform gesteckt wissen, sie wollerr die nett-wendigen Übergänge, in die man sich, als Resultate geschichtlicher, allmätiger Entwickelung, fügen muß, theoretisch begründen und stellen sidaher als wissenschaftliche Ergebnisse, welche für immer sestznhalten seien, dar. Von diesen Einseitigkeiten hat sich die zweite Versanun-