Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 2
- Article
- Nachschrift
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 10)
- Language
- German
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!. DK Sprisegesetze. 72 Thalmndisttn drucken TieS so auö, das; Ioßc b. Io'esir und Ioßeb. Iochanan alle übrigen Lander als unrein erklär! haben, so daß die Gesetze der Reinigung gar keine Anwendung mehr finden konnlen, weil man vor! in beständiger nothwcndiger Unreinheit lebe, sie verboten aber keineswegs daä Weilen daselbst (Schabbath 1-Lh). Man suchte zwar so Vieles wie möglich zu retten, allein das Leben ging immer wieder darüber hinaus. Daher auch wurde die symbolische Ausarbeitung, nw -e Verbote von sittlichem Gehalte wegen des ihnen beigclegten verunreinigenden Charakters erfahren hatten, fallen gelästert, wenn auch das Verbot selbst, alö ein ohne dre Stütze syrnb. Unreinheit Bestand habendes, wohl blieb. Deshalb eben, wurden die Gcschlcchlslcivcnden nickt mehr als unrein betrachtet in Bezug auf gottesdienstliche Handlungen, sondern blos für wirklich geschlechtliche Functionen, die Menstruirende mochte selbst mit dem Manne jeden Umgang haben, nur nicht den ehelichen, ja dem, welcher von einem nächtlichen Ereignisse betroffen worden, wurde das Reinigungsbad erlassen, während bekanntlich später die unter den Mohammedanern lebenden Juden, deren Vorstellungen ausnehmend, dasselbe wieder gewissenhaft beobachteten, wenn sie auch wohl wußten, der Thalmud erlasse es ihnen. Daher setzt überhaupt der Thalmud gerne die „UnreinhcitSgesetzc" mit dem besonders Geheiligten, das auch blos noch in der -Erinnerung und nur theilweise in abgeblaßtcn Schalten eristirt, in Verbindung mit Tempel, Opferdicnst und Priestern; es ist die innerste Ahnung, daß wir alledem entwachsen sind, die darin sich kund giebt. wenn sie auch nickt wagt, zur bestimmten Behauptung sich zu gestalten. Ja sogar wahrend nach Tempel und Opferdicnst ein gewisses Sehnen sich kund giebr, die Klage über deren Mangel — die freilich zum großen Theile bloS ein ungeeigneter Ausdruck für die Klage über politischen Druck und für das Bekenntnis; der Sündhaftigkeit von Seiten des Büßenden ist—wahrend, sage ich, diese Klage sich immer wiederholt, ist eine Klage über unsere „Unreinheit" und daß die Mittel zu unserer Reinigung uns gegenwärtig fehlen, kaum zu vernehmen. — Also leugnen wir es nicht, die Anschauung des symbolisch Verunreinigenden war bereits in der Lhalm. Zeit gewichen und dieser Umstand grabt seine Spuren tief Ln die thalm. Vorschriften ein, wenn auch das lhalm. System um jeden Preis jene