Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 2
- Article
- Nachschrift
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 6)
- Language
- German
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68 l. Die Speisegcsctze. religiöse Anschauungsweise, daß s'.e mit Zartheit darauf bedacht war, auch für das Thier eine eS am Wenigsten quälende Todesan auüznwählen, und daß sie die Auswahl gesunder Nahrung a!s eine Pflicht aufnahm, und wenn auch diesem Grunde jetzt in allen Kreisen der gebildeten Völker vollkommen Genüge geleistet wird mm es jener inS Mcrkleinlichste ausgearbeitetcn Vorschriften durchaus nicht mehr bedarf, ja dieselben oft ihrem eignen Grunde widersprechen, so konnte doch Mancher eö bedenklich finden, von Vorschriften Umgang zu nehmen, welche ihrem ursprünglichen Grunde nach heilsam gewesen und wenn auch jetzt überflüssig, doch eine pielärövolle Berücksichtigung verdienten. Es ist dieö freilich eine thörichtc Pietät, allein sie hat nun einmal noch ihre Verehrer. Wichtiger noch ist rin zweiter Grund, welcher davon abhalten muß. die genannten Punkte znr abschließenden Tiscussion zu bringen. Wahrend der größere Thcil der Speisegesetze Sache des Einzelnen und des Hauses ist, so ist das Schlachten und die Aufmerksamkeit auf die Lei dem Lhicre sich zeigenden Fehler zum Gegenstände der Vereinigung der Gemeinde geworden, bei welchem also nicht daS Gewissen und die Überzeugung des Einzelnen maßgebend ist, sondern die verschiedenen Überzeugungen zu beachten sind. Solange nun die Gemeinde diesen Gegenstand nicht außerhalb des Kreises ihrer Vorsorge versetzt und den Privaten, welche sich daran gebunden glauben, die -Vereinigung zu diesem Zwecke überläßt, solange ist eö sehr bedenklich, ihn zu berühren, indem dadurch die hartnäckigsten Streitigkeiten entstehen müßten. Deshalb scheint cs mir angemessen, daß man vorläufig auf die Besprechung von und Uch beschranke, fü^allcö Andere aber wohl die weiteren Erörterungen der fortschreitenden Wissenschaft und deren Ein leben ja das allgemeine Bewußtsein, sowie die freiere Entwickelung der Gemeinde-Verhältnisse abwarte. Gehen wir jedoch von dieser praktischen Betrachtung nunmehr über zu dem wissenschaftlichen Inhalte dieser Arbeit! Einhorn und Holdheim sind einstimmig in der Annahme, daß die verbotenen Thiergattungen ihren eigentlichen Grund in der ^Unreinheit" haben, welche als eine eigentümliche, symbolische in der Bibel, d. h. in der, von der Bibel zugelassenm und aufgenornnrenen, damaligen Anschauung eine sehr bedeutende.Stellung einnimmt, und welche.