Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 2
- Article
- Materialien zu einem Commissionsbericht über die Speisegesetze
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 22)
- Language
- German
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62 I. Die Speisegesetze. .wie die Kinder zu symbolisiren. Auch die Nabbinen hatten bekanntlich die Spcisegcsetze für symbolische und schreiben ihnen in Gemeinschaft mit dem ganzen Ccremonialgesetz den Zweck zu?,""Q durch ihre Bcobachiimg die Mknschn, zu läutern (S. die Citate in unserem Aufsatz über die Luliusprincipicn Iönrelit 1816 L.V. Nr. 11). Die zu symbolisircnde Idee war aber schon ihnen abhanden gekommen, ein Beweis, das) die Gesetze sich schon damals überlebt hatten. Will man also durch fortgesetzte Beobachtung der Spciscgesetze den sittlichen Lauterungsproces; im Gange erhalten, so muß man an taliömanische Wnndcrknren glauben, einen starken Glauben nicht blos an die Verbindlichkeit deö Gesetzes, sondern auch an die wunderbare Wirkung diestS Glaubens auf unsere sittliche Läuterung ohne unsere sittliche Selbstlhärigkcit besitzen, einen Glauben ungefähr wie ihn der orthodore Christ an die wunderbare Wirkung des Abendmahls durch den Glauben hat. Wenn Männer wie Samson Naphacl Hirsch eines solchen starken Glaubens sich rühmen, wenn sie behaupten, es genüge die gehorsame Übung eines Gesetzes in dem Glauben an desseiu göttliche Verbindlichkeit ohne allen bewußten Zusammenhang dieses Gesetzes mit unserer sittlichen Erkenntnis), so können wir ihn nur ansiauncn, aber ihn darum wahrlich nicht beneiden. Nach dieser Ansicht hängt.es lediglich von meiner Einbildung, von meinem Wahn ab, zu glauben, daß etwas durch Gott geboten sei, um durch dessen Übung ein wahrhaft sittlicher Mensch zu werden, und der grobe Götzendienst kann dieselbe moralische Heiligung deö Gemüthö bewirken wie die Anbetung des einzigen GotteZ im Geiste und im Herzen. Mir haben nach unserer Ansicht es nicht nöthig, auf die verschiedenen Klassen der Speiscgesetze einzugeheu. Alle, so viel ihrer ^in der Bibel sich vorsindm, sind sie ceremonieller, symbolischer Natur, standen vermöge dieser mir der sittlichen Läuterung deS Menschen in irgend einem Zusammenhang, in irgend einer Wechselwirkung und gehörten ihrem Wesen nach mir zum mosaischen CultnS im weitern Sinne deö Wortes. Dieser innere Zusammenhang, der seiner Zeit ein naturgemäßer war, hat längst ausgrhört und eine Wechselwirkung zwischen dem Nichtgenuß unreiner Speisen und der Sittlichkeit deS Menschen war schon iru