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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1847-01-01 · Heft 2 · p. Seite 64

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1847
Issue
Heft 2
Article
Materialien zu einem Commissionsbericht über die Speisegesetze
Date
1847-01-01
Page
Seite 64 (sequence 21)
Language
German
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6l!. Die Speisegesehe. Idee oder das'Gefühl, welche durch diese Cere'monic in mir erregt werden soll, kann erstens in mir nicht hervorgeruscn werden, da das Wechsclvcrhältniß zwischen beiden für mich als Menschen der gegenwärtigen Kulturstufe längst unterbrochen und aufgelöst ist, zweitens werde ich sie nur so lange üben können, als sie auf mich eiuzuwirken im Stande ist, d. h. ich werde sie nur als Form betrachten können, unmöglich aber alö den naturriolhwcndigen und darum alö den allein berechtigten Anödruck meiner innern Gesinnung und Gefühle. Wo dieses, wie z. B. beim Opfer und bei der Reinheit so deutlich uns zum Bewußtsein gekommen, ist cs nnö klar und einleuchtend geworden, es sollen diese Beispiele unö aber als Beweis dienen, daß nicht bloS diese, sondern der ganze psychologische Grund und Boden, auf welchem die symbolische Rcligionssorm ein natürliches Gewächs war, unö längst entschwunden seren. Es sind über den Grund der Speisevcrbote vielfältige Muthrnaßungen ausgestellt worden (S. Winer bibl. Nealw. s. v. Speiscgesctze). Wir haben nicht nöthig auf dieselben einzugehen, es ist uns vollkommen genügend .für ihre Abschaffung, daß der wahre Grund nicht mehr aufgefunden werden kann, daß also zwischen ihrer Beobachtung und, der dadurch anzuregendcn Idee für unser religiöses Gemüth kein innerer psychologischer Zusammenhang möglich ist. Könnten wir den wahren Grund ausfindcn, so würden wir natürlich dies besser einsehen können. Soviel ist gewiß, daß sie einen Grund hatten, nämlich daß ihnen eine religiöse Idee zu Grunde lag und daß diese symbolisch ausgedrückt wurde. Haben wir unö soweit von dem symbolischen Zeitalter entfernt, daß der wahre Grund für uns verloren gegangen, d. h. daß wir mit der Beobachtung der Speisegcsetze keine Idee zu verbinden vermögen, so können wir sie als vernünftige Menschen nicht mehr halten, wir müßten sie denn sklavisch wie ein Joch auf unsere Schultern legen- Als vernünftige Menschen müssen wir aber einsehen, -aß wir so sehr aus der symbolischen Neligionösphäre herausgctreten sind, daß wenn wir die dem Speiseverbot zu Grunde liegende Idee durch eine neue Offenbarung erführen, wir bestimmt sagen würden: die Idee wollen wir in unserem Gemüthe bewahren, ohne daß wir es uöthig haben, dieselbe unS durch Beobachtung der Speisegesede,

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