Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 2
- Article
- Materialien zu einem Commissionsbericht über die Speisegesetze
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 23)
- Language
- German
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!. Die Speisegesehe. 63 thalmudischeu Zeitalter dem Bewußtsein entschwunden. Wenn dessen ungeachtet die Verbindlichkeit der Speisegefttze in dcr Idee sestgehalten und» die Beachtung derselben in der Praxis mit Strenge fortgesetzt wurde, so mußte dieses zur Äußerlichkeit und Werkhciligkcit hinführeu, so mußte der blinde Gehorsam an die Stelle der geistigen Erkenntnis) treten, das leere gedankenlose Thun den Menschen zur frommen Maschine machen und die freie Sittlichkeit Lu ihrer schonen Entfaltung hemmen und beeinträchtigen. So lange der Mensch für seine Handlungsweise statt der innern Zustimmung seines Geistes, statt der vernünftigen Erkenntnis) deS Wcchselverhälmisses zwischen dieser und den höhern Anforderungen der Sittlichkeit den Autoritätsglauben setzt, sie sei durch Gott geboten, ist seine Religiosität eine höchst dürftige und verkümmerte, und mag er noch so viel Pietät hincinlegen, sie wird von dem gröbsten Aberglauben nicht zu unterscheiden sein. Dieses haben die Rabbiner der Gegenwart zu erkennen und öffentlich anzucrkennen, es auözusprechen, daß man mit dem Genüsse dieser, mit dcr Enthaltung von jener Speise keinen würdigen Gottesdienst begehe, und namentlich hat die Nabbincrversamrnlung, welche die Erhaltung und Fortbildung der Religion und die Erweckung eines religiösen Sinnes in Israel sich zur würdigen Aufgabe gestellt, die religiöse Verbindlichkeit der Speisegesetze als erloschen zu erklären. Schwerin, den 18. Marz 1847. Sam. Holdherm. N H Hr s ch L' i f t. K)ie Abhandlung, die hier vorangegangcn, ist ihrem Gegenstände und ihrem Inhalte nach von so großer Bedeutung, daß es nicht befremden wird, wenn ihr hier ein so weiter Raum in einem Heft« gegönnt worden, und wenn noch ferner einige, natürlich durchaus auf erschöpfendes Eingehen keinen Anspruch machende Bemerkungen angeknüpft werden, Ich werde zuerst von der Veranlassung des