Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 2
- Article
- Materialien zu einem Commissionsbericht über die Speisegesetze
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 17)
- Language
- German
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I. Die Speisegesetze. 57 verunreinigen und beginge man dadurch leine neue Sunde, warum Me die neue Unreinheit die Wirkung äußern, daß die Tage der Unreinheit von ihrem Eintritte ab gezahlt inürden? Wenn die Rabblncu diesen Grundsatz im Ernste behaupteten, so müßten sie die Sache gar zu materiell nehmen und die rituale Unreinheit wie einen körperlichen Schmutz betrachten, der durch neu hinzukommcnden nicht augenscheinlich vermehrt würde. Allein aus dem reinbiblischcn Standpunkt ist die Unreinheit nicht, wie Einhorn thut als bloS körperliche, sondern atö symbolisch und in ihrer idealen Beziehung zur sittlichen Unreinheit zu nehmen und kann wie diese bis ins Unendliche vermehrt werdet!. Wenn wir also die Speise-» gesttze in ihrer Jvenlität mit den Neinigkcitögcsetzen auffasscn und diese letzteren iu ihrer Geltung sonbesteheud betrachten, so müssen wir um so strenger cö mit der Consequeuz der Karaiten halten und uns der Verunreinigung überhaupt, insbesondere des Genusses der verunreinigenden Speisen enthalten. Ehe. wir weiter gehen, wollen wir nur noch bemerken, daß die Rabbirieir, obwohl die Speiscvcrbote ihnen als selbstständige gelten und sie deshalb dieselben auch da aufrechthalten, wo die Neinigkntsgesetze nach ihnen nicht zur Anwendung kommen, sie dennoch die Beziehung zur symbolischen Reinheit und Heiligkeit von ihnen nicht ganz ansschlossen. In der Bibel ist, wie schon Einhorn richtig bemerkt, diese Beziehung am Schlüsse des Kapitels über Speisegcseye Lev. 11, V. 43 n. 44 gar zu deutlich ausgesprochen, weshalb auch die Rabbineu sie nicht ganz iguoriren konnten. So beißt cs in das. N-D WVIj? LM'iVVNj) Llltt "2 'MV LM, N M L?V'"O vi") HIHM 'MV, weshalb diejenigen rabbinischc» SchriftauSlcger, welch« wie Abarbanel u. A. die Erklärung der Spciscgcsetze a»S Gesundheitsrücksichten mit Indignation, als wolie man a»S dem göttlichen Gejetz ein medizinisch-polizeiliches Handbuch machen, zurückwciscn, zur symbolischen AussaflungSweise, wonach der Genuß jener Speisen ans das göttliey-menschliche Verhältnis) störend cinwirke, mithin eine symbolijche Unreinheit lind Unhciligkcit, d. h. Sünde erzeuge, ihre Zuflucht nehmen (S. besonders 159). Wenn diese Ansicht in der-Halachah Geigers 3'itsch. VI. M>. II. Hst.