Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 2
- Article
- Materialien zu einem Commissionsbericht über die Speisegesetze
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 16)
- Language
- German
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56 l. Die Lpeisegesctze. setzen identisch und daß wir Herne in der Thal unrein sind. Warum sollen wir nicht jenen lhalmndischen Grundsatz, daß man un Zustande der Unreinheit sich weiter verunreinigen dürfe, den der Karaismns zwar zu verschmähen scheint, für uns in Anspruch neh> men und nach ihm behaupten dürfen, das;, da wir uns einmal unwillkürlich in so vielerlei Beziehungen verunreinigen müssen, wir cö auch durch den Genuß der verbotenen Speisen, speziell der unreinen Thierc, thuu dürfen? Wir geben zu, daß die Reinheitsgesetze für unS in ihrer idealen Geltung senbcstcben, aber wir befinden nnS doch einmal in dem Zustande, sie realiter nicht halten zu können,'und müssen wir sie einmal übertreten, was liegt daran, eb das mehr oder minder geschieht? Hierauf in ns; erwicdcrt werdet:, daß der genannte rabbinische Grundsatz, seine factische Gristmz zugegeben, ein.zu schwaches Rohr sei. als daß wir auf ihn die Abschaffung der Speisegesctze stützen könntet: und daß die Karaiten in: Rechte seien, wenn sie ihn verwerfen. Vom biblischen Standpunkte aus angesehen, ist die Unreinheit Sünde, die gesühnt werden muß, und diese Sündhaftigkeit wird gesteigert in dem Maaße, als sie sich an den: Individuum wiederholt. Die körperliche Reinheit und Unreinheit gilt der Bibel als Symbol der sittlichen Reinheit und Unreinheit. Wie sich die symbolische Heiligkeit des Tempels, der Opfer, des Priesters und des Bolkes mit der sittlichen Heiligkeit in der Weise identisicirte. daß sich in jener daS Bild dieser abspiegelte, so ist dies auch mit der Reinheit der Fall, weshalb die Reinheit mit der Heiligkeit in solcher inneren Beziehung und Wechselwirkung stand, daß nur das symbolisch Reine mit dein symbolisch Heiligen in Berührung kommen durfte. (5s laßt sich daher auf rein biblischem Standpunkte durchaus nicht denken, das; der. einmal verunreinigte und deshalb mit Sünde behaftete Mensch sich noch weiter verunreinigen und seine Sündhaftigkeit steigern dürfe. Vielmehr ist eS gewiß — lind das geben auch die Nabbinen unstreitig zu — daß der siebentägig Unreine, wenn ihm während der sieben Tage von Neuem eme Unreinheit begegnet, er von dem Zeitpunkte an. wo dieses stattfand, neue sieben Tage zählen müsse, woraus doch hervorgeht, daß die an ihm haftende Unreinheit die neuhinzutretende nicht verhindern kann, Platz;u greifen. Dürste man sich im Zustande der Nnrem»