Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 1
- Article
- Rundschau
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2929020-2929046-2929047-2932601--3198-2932647- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Rundschalk. ripalhiecn und über nranchen vielleicht gerechten, vielleicht nur scheinbaren Tadel gegen die Versammlung seinen Eieg feiern. Ein gerechtes Endunhetl über diese Versammlung ist noch nicht gesprochen; wir behalten uns vor, unsere Ansicht im Zusammenhänge darzulegm. — In Breslau war.es sehr ruhig, soweit eine aller Garantie entbehrende Gemeinde-Verfassung Ruhe gestattet. Der Fortschritt setzt seinen geregelten Gang fort und gewinnt die Gemacher immer mehr für sich; der Stillstand verliert immer mehr Boden, die von ihm versuchten Ansätze zu neuen Gestaltungen gerathen alsbald irr Stocken, bloS manche Blätter Hallen wieder von hohlen Redensarten und Erdichtungen. „Warum hört man das Vlattcrgeräusch der Waldbäume so weithin? Nun, weil sie keine Früchte tragen, müssen sie sich dadurch bemerk!ich machen." Eine ergötzliche, aber auch betrübende Episode bildet die nun schon langer alö neun Monate pwjectine Theologen-Vcrsammlung. Eni' menschliches Kind wird aus ihr nunmehr schwerlich, sic müßte sonst schon vollkommen ansgebildct sein; vielleicht hat sie die Natur der Schlange, die nach dem Thalmud der Zeit von sieben Jahren - bedarf, um sin lebenskräftiges Junges zur Welt zu bringen. Es war nämlich der fein ausersonnene Plan gemacht worden, daß die Männer der Bildung, welche den Schein der Orthodoxie um sich breiten, mir den Männern der Orthodoxie, welche gern einen gewissen Schein von Bildung haben möchten, sich zu einer Coaluion vereinigen und eine Theologen-Versammlung bilden sollten. Der ganze Plan hatte eigentlich zunächst die Absicht, das Zustandekommen einer dritten Versammlung deutscher Rabbiner zu hiiitertreibcn, und als Dies weder durch dieses noch durch andere ehremverthe Mittel gelang, so war der ganze Plan eigentlich schon verbraucht. Allein man hatte ihn nun einmal mit.großen, Tiompelenqcsch,netter veröffentlicht und konnte nicht mehr gut zurück. Die Unterhandlungen waren im Gange, cs wurden viele Anmeldungen ausposaunt, die Herren L. und U. machten schon bekannt, daß man sich zu einer permanenten Commission Behufs der^Prüfung von Nabbinatö- Candidalen, der Überwachung sämmtlicher jüdischen Schulen Deutschlands constituireu werde, Herr Fasset begann seinen interessanten Streit mit Herrn Deutsch über das Hinterpförtchen, welches der Ihalmud öffne —- ein Streit, welcher seine Stadien noch nicht