Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 1
- Article
- Rundschau
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 5)
- Language
- German
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Rundschau. 39 ganz durchlaufen hat und jetzt zu dem Punkte gediehen ist, ob der Lhalmud unter gewissen Umstanden zu Ingen gestatte oder nicht, und ob unter Offenbarung zu verstehen sei, daß die Israeliten Gott wirtlich sprechen gehört oder ob sie allcsamniL plötzlich zu der cinlniithigen Überzeugung gelangt seien, Dieö und Jenes sei Gotteö Wille. Kurz/man war im guten Zuge, allein da traf mit einem Male ein Blitz anö hciterm Himmel. Die Hauptrepräsentanten jener Richtung, welche die wissenschaftliche Bildung mit orthodoxem Schein vertritt, zogen sich zurück, und die Männer der Orthodoxie mit dem Scheine von Bildung wollten gar Nichts von der Versammlung wissen und polemisirten sogar ganz offen gegen diese Eoalitionsvcriuelie. Ohnedies hatte schon das „Blntanssangen" einen blutigen Streit unter diesen beiden Parteien verursacht; die (Linen wollten cs bei der Bcschneidnng nicht mehr verrichtet wissen, die Andern aber wollten sich das Saugen nicht nehmen lasten, sie behaupteten: Maß gegen Maß, man habe eS an ihnen vollzogen, und sie mi'ißten es wieder an der kommenden Generation vollziehen. DaS waren trübe Wolken am Himmel dieser Versammlung, cS konnte nicht anSblcibcn, daß „schlechtes Wetter" einrrat, und man verschob die Versammlung — bis zu besserem Wetter. Allein aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und wir erfahren doch noch immer von Verhandlungen, welche eifrig betrieben werden, aber die „Zions- Wächter" und die „Orientalen" können sich nicht recht einigen; vielleicht wird die Agitation besser gelingen, wenn der Zusammentritt der vierten Versammlung deutscher Rabbiner nahe bcvorsteht. Abgesehen jedoch von dem theilS Komischen theilö Trüben, welches dieses ganze Treiben hat, wäre eö dennoch wünschmLweNh, wenn eine solche Versammlung zu Stande käme; wird es auch nicht gerade unter den Thellliehmern zu einer Verständigung kommen, so würden doch Manche aus der Unklarheit, in der sie sich beweg» ten, zu einer genanern Erwägung und daher zu mehr innerer Klarheit gelangen. Bei einem Theile dieser Männer fehlt eö sicher mehr an geordnetem Durchdenken als an redlichem Willen, und dazu würde eine Dlöcussion sie führen, nimmer aber die Abschlicßung in ihre eigene enge Sphäre. Eine gewisse Abspiegelung der jüdischen Zitstände zeigt sich in den jüdischen periodischen Schriften; wir enthalten un§ jedoch hier