Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 1
- Article
- Rundschau
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 3)
- Language
- German
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Rundschau. 37 schleim, Bahn fort. In Hamburg feiert die Unthätigkeit ihre Apotheose und Hr. i)r. Frenövorf wird dadurch zu einem kleinen Versuche, eine lange gepflegte Arbeit zu veröffentlichen, begeistert. 2n Berlin arbeitet man auf der einen Seite in unklarer Verwirrung, will ein HauS refermiren, aber seinen geistigen Inhalt nicht lebendig machen, trägt sich mit historischem Nespecte herum, schmollt oder ereifert sich, schweigt vornehm oder poltert, rückt aber nm keinen Finger .breit weiter. Auf der andern Seite sucht die Reform-Genossenschaft sich immer mehr zu consolidiren; sie erwartet begierig Holdheim's Wirken, beginnt eine literarische Vertretung, die zwar in ihrem ersten Debüt etwaö sehr verunglückte, diaber ,wohl ihre Kinderschuhe abtreten wird. In Frankfurt am M in sind neben den Vertretern deS entschiedenen Stillstandes auch noch alte, auö bereits verlebter Zeit überkommene Antipathien gegen die Wirksamkeit der Rabbiner rhärig und benützen eine jede Gelegenheit, um in verschiedene!: Gestalten sich zu manifestiren. Bald tritt man auf mit der Fahne der Gewissensfreiheit, uni die Gemeinde der Willkür eines jeden einzelnen Individuums preiözngcben, und rühmt die Männer, welche Alles gehen lassen wie es geht, bald will der DeiSmuö das ganze kirchliche Leben zerstampfen und fegt Rabbiner hinaus, stürzt die Gotteshäuser um, bald verlangt man einen rücksichtslosen Fortschritt und vergißt alle Elemente der Gemeinde, welche einer jeden Umgestaltung die mächtigsten Hindernisse entgegcnstellen, bald sieht man in allem Thun der Rabbiner bloö daö Streben nach Begründung einer geistlichen Gewalt und ruft zur Hülfe auf gegen die modernen Hierarchen. Da kann eö an Verwirrung nicht fehlen, und nur einer durch und durch entschiedenen, ebenso willenSkrästigen wie ausdauernden und fügsamen Individualität kann eö da gelingen, dem gesunden, weder von Sentimentalität geschwängerten noch sich überstürzenden Fortschritte einen fruchtbaren Boden zu schaffen. An Klatschereien ist da auch kein Mangel, und sle wuchern auf den Mistbeeten mancher Blätter üppig empor. Besonders hat die letzte Versammlung deutscher Rabbiner Stoff zu den verschiedenartigsten Diatriben geliefert, und das dortige Comitü für die Rabbiner-Casse, das als Central-Comitä. wirkt, wurde in eine seltsame Lage versetzt. Dennoch wird wohl der gesunde Sinn über persönliche An-