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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1847-01-01 · Heft 1 · p. Seite 13

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1847
Issue
Heft 1
Article
Die religiösen Thaten der Gegenwart im Judenthume
Date
1847-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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l. Die religiösen Thaken der Gegenwart. 1I sie drang daher darauf, die Geschichte de§ 2udenthumS richtiger zu würdigen und den diese durchziehenden Geist, der nur bald starker bald schwächer sich geltend mache, dort aufzuweiftn. Für ihre Nesormbcsircbul.gen suchte und fand sie daher in der Geschichte die treueste Blmdeögenossin, in dem dor: erkannte« tieferen Geiste deö Judenthmnö die berechtigte bewegende Kraft. Sie hielt sich au dm Thalmud, als daS wichtigste nachlnblische geschichtliche Documenl, nicht in der Art, daß sie mit seinen Morten, mit den von ihm auögearbeiteten Ansichten und Anforderungen ihre Wünsche belegte; sie gestand dem Thalmud weder diese Berechtigung zu, noch glaubte sie wirklich in ihm ihre Ansichten vollkommen ausgeprägt wlederzufinden. Sie erklärte im Gegenthcile, daß er in seiner systematischen Abschließung den vollsten Widerspruch gegen ihre höchsten Grundsätze einlege, daß er das Princip der Äußerlichkeit aufstelle, daß er eine jede Entwickelung leugne, sie behauptete daher, daß er, von dieser falschen unhistorischen Auffassung ausgehend, Zu einer monströsen Eregese gelangt sei, daß bei der Verschiedenheit der Epochen der großen thalmudischen Periode die spätere den Aussprüchen der früheren Gewalt angethan habe, sie scheute nicht, eö auszusprcchen, daß z. B. die Gemara du Mischnah nur zu häufig mißverstanden und falsch erklärt habe. Sie traute sich zu, wenn auch mit der ganzen Vorsicht der Wissmschaftlichktit zu Merke gehend und sehr bereit zum Geständnisse, in selbstständig unternommenen Erklärungen, die allerdings oft das Geluer der Vcrinuthungen nicht überschreiten, auch zuweilen irren zu können, sie traute sich.dennoch zu, die Bibel richtiger, als eS die Mischnah und diese, richtiger, als eS die Gemara gethan, zu erklären. Ans den banalen Einwnrf, daß jene Epochen einander viel näher waren und sich besser verstanden, als unsere ferngelegene Zeit, glaubte sie keine Rücksicht nehmen zu müssen. ' Sticht die Nähe der Zeiten rüstet den Erklärer mit den Mitteln aus, den Sinn eines frühern Schriftstellers vollkommen aufzufafsen, wenn auch diese mit manchen Umständen vertrauter macht, sondern der ernste Wille und die Unbefangenheit, den Schriftsteller ganz in seiner Weise reden zu lassen, ohne alle Voraussetzung dessen, wa§ er. gesagt haben müsse, ohne alles Streben ihm aufdringen zu wollen, was er sagen solle. Gerade die Nähe der Zeiten, die bloS kleinere Abweichungen erzeugt, läßt

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