Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die religiösen Thaten der Gegenwart im Judenthume
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
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1. Die religiösen Thüten der Gegenwart. 11 die Sicherheit dcö Gelingens schon jetzt befriedigtem Verlangen ln die Zukunft; nur die krankhafte Poesie zehrt an einigen Erinnerungen aus der Vergangenheit, sie schwelgt in dem Glanze entrückter Ferne, sie wiegt sich in halb erlogenen: Schmerze über dahrngeschwundene Herrlichkeit, sie kennt nur die Salzfluth der Thränen, nicht den labenden Quell begeisterten ThatendrangeS. Stein besitzt Tüchtigkeit und Innigkeit genug, um auch mit vollem Gemüthe das ächte dichterische Streben zu erfassen. CS mag nun überraschen, wenn ich auch Holdheim hie? mit aufführe. Nun, der Holdheim dcö I. 1842 ist uicht der der späten: Jahre uud noch weniger der heutige, obgleich ich auch wieder in der Methode viele Ähnlichkeit erblicke bei aller Verschiedenheit in dem Willen. Die Reform hat in neuerer Zeit, da sie auf historischem Standpunkte erbaut wurde, den Grundsatz aufgestellt, das; es die tiefe religiöse Idee sei, welche daS Iudenthum begründe und von andern Religionen unterscheide, daß diese Idee, wie DieS bei allen in die Erscheinung tretenden Gedanken der Fall sei, niemals nackt aufgetreten, sondern ln bestimmter fertiger Ausprägung, daß aber diese ausgeprägte Form nicht das Wesentliche uud Bleibende sei, sondern die durch den großen geschichtlichen Verlaus, welchen das Iudenthum bereits durchgemocht, im Innern still wirkende Idee. Diese sei oft weniger durchsichtig hervorgetreten, weniger erkannt worden, weniger zum Bewußtsein gekommen, ja sei oft Ln der, der bestehenden Form dargebrachten übermäßigen Ehrfurcht verkannt und zurückgedrängt worden, aber dennoch habe sie niemals ausgehört, unwillkürlich durchzubrecheu, ihre milden verklärenden Strahlen über daö Gemüth und dessen Früchte zu ergießen, und so, ohne daß man es sich selbst eingestehcn wollte, die starren Rinden zu lösen; es sei nun die Aufgabe, sich der Idee mehr bewußt zu werden und ihre Macht über daS religiöse Leben mit Freiheit walten zu lassen. So sei die Idee des IudenthrrmS, der Glaube an die Einheit und Heiligkeit GotteS, die Überzeugung von der Cbenbildlichkeit deS Menschen, die Anforderung an den Menschen zur Selbstheiligung und zur unterschiedslosen Menschenliebe, die Hoffnung auf die immerwährende Vervollkommnung der Menschheit —nicht deö einzelnen Volkes, das anders Völker als Barbaren zu betrachten da§ .Recht Habs-»