Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die religiösen Thaten der Gegenwart im Judenthume
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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10 I. Die religiösen Thalen der Gegenwart. Ausdruck für die hohe Wahrheit erkannt, daß ein GotteSreich der (Irkenntniß und der Liebe in der Menschheit erstehn wird. Hangen sie in andern Ländern noch an der veralteten Vorstellung: wer wollte sie ihnen rauben? Aber eS gehört ein trauriger Math dazu, unS deshalb an diese überwundene falsche Vorstellung bannen zu wollen.. Stemmt sich die Gewohnheit mit ihren schlimmen Geuossinnen gegen eine jede hervortretcnde Änderung, so mag fortschreitende Belehrung, Anregung der Willenskraft, allmäligeS Überleiten vonnöthen sein. Aber ihnen sich als Bundesgenosse zuzugesellen, sic atü maßgebend hinzustetlen, das ist die größte Schmach, welche der Religion zugefügt werden kann. Ich wurde jetzt von Herrn M an n beirner zu sprechen haben, der mit kluger Miene deu Reformatoren Bedächtigkeit anempfahl, den Opferdienst preis gab, aber ein einstiges jüdisches Reich sich gerne Vorbehalten mochte, — wenn bei diesem begabten Prediger in der neueren Zeit noch von Principien die Rede sein könnte. Leider sind es bloö Launen, Stimmungen oder Verstimmungen, die ihn leiten; die Litteratur hat damit nichts zu schassen. Doch darf ich unfern Stein, der auch manches beseitigte Gebet, das ihm so wohl thut, bedauert, nicht übergehn. Auch hier begegnet unS das G^rnürh wieder und zwar mit bestimmterer Anforderung, daS Gemmh, wenn auch wohlwollend, doch als ein unentwickeltes, dadie Berührung scheut, sich gern ciuspinnt in Liebgewordcncö, sich dieses ausmalt. Aber es genügt nicht an dem beständigen innern Kampfe zwischen den Anforderungen der richtigeren (Ansicht und dem süßen Zuge des Gewohnten, man muß sich zu der wahren Höhe deö Gemüthes erheben, wo ein Ganzes, Durchdachtes, .als innerste Überzeugung Erfaßtes auch daS heiligste, Seele und Herz durchströmende Gefühl wird, das Spielende. Tändelnde aber als ein Verflachendes beseitigt wird, wo der Mensch endlich ein einiger wird und aus dem innersten geeinigten Kernpunkte seines Wesens heraus mit wahrer Begeisterung wirkt. Man spricht von dem Poetischen. Ich fühle die ganze Kraft der Poesie, aber mag nicht die krankhafte. Die gesunde Poesie erfüllt sich mir der ganzen Innerlichkeit der Gegenwart, mit allem Eolen, was die Zeit bewegt, und Kühnheit schwellt ihr die Brust, sie schaut Mit ahnendem SeherLLicke, mit sehnsüchtigem, aber Lurch