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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1847-01-01 · Heft 1 · p. Seite 4

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1847
Issue
Heft 1
Article
Die religiösen Thaten der Gegenwart im Judenthume
Date
1847-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 l. Die religiösen Thaten der Gegenwart. drang die Erkliintniß durch, daß das Judeuthum nicht auf der Volkstümlichkeit Jsrael'ö, sondern auf dem reinen GolleSglauben, auf der Überzeugung von der Gottähnlichkeit deS-Menschen und den allgemein menschlichen sittlichen Wahrheiten beruhe; bei Andern sanken wenigstens die *ten Vorstellungen, büßten an ihrer lebenbeherrschenden Macht e , wenn auch keine höhere Erkenn tniß an deren Stelle trat. Ein Zeit wichtiger Ereignisse trat ein, sie wandelte auch die Stellung >er Inden um, und schien sie noch gründlicher nmzugcstalten, alö cö nachher ausgeführt wurde; die französische Herrschaft pfropfte manchen deutschen ^aeldeStheilen freisinnige Ansichten in der Behandlung der Juden ein, und die Kämpfe zur Befreiung Deutschlands rissen die Juden nur in den Strudel der allgemeinen Begeisterung, erzogen sie zu ächten Söhnen deS Vaterlandes, bewogen die Fürsten, theilö im geistigen Aufschwünge theilö anS Noth, die Inden alö berechtigte Bürger anzuerkennen. Diese Zeit deS Thatcndrangeö reiste auch die religiöse Umwandlung in der Gesinnung zur Frucht, und dem Gottesdienste sollte sie zunächst zu Gute kommen. Die edelste Blüthe dieses Neformstrebenö waren die Tempel. Die That konnte hiev natürlich wirrer bloö eine halbe sein; theils war die Einsicht doch noch nicht klar genug, theilö die Gewohnheit noch zu mächtig, theilö die Scheu vor zu großer Entfernung von dem großen Theile der auf altern Standpunkte Verharrenden hemmend. Alle Erinnerungen blieben in ihrer ganzen Breite, nur die verherrlichenden Sagen sielen mit den späten Gebeten. Die Hoffnung auf den MessiaS ward beschnitten, aber nicht die irdische Herrschest Israels in Palästina auS diesem Glaubenssätze ganz verbannt, Per eine Ausdruck gestrichen, der andere, nicht mehr berechtigt, nicht minder anstößig, gelassen. Der zuversichtliche Hinblick auf Auferstehung und auf die Wiederherstellung dcü Tempels in Jerusalem blieb stehn; nur die Bitte um die Wiedereinführung deS blutigen .OpfcrdiensteS mußte weichen, aber auch sie fanden ein Hinterpförtchen, durch daS sie wieder eingelassen wurden. Die jetzigen Gebete galten bloö als stellvertretend für den ehemaligen Opferdicnst, und er wurde in seiner ganzen Ausführlichkeit, wie er ehedem bestanden, hergezählt. Aber daü Ersatzmittel, dessen wohlwollende Aufnahme man erbittet, genügt bloö solange als der eigentliche Dienst, den man ersetzt, nicht

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