Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 455 (sequence 10)
- Language
- German
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Nachrichten. 4öH biographischen Wörterbuches, nach der Art und wohl auch nach dem Muster des de Rosst'schen, in rabb. herbraischer Sprache herausgab; die jüdische LitLeraturgeschichte als Wissenschaft zu betrachten, mag wohl damals allein Zunz in den Sinn gekommen sein, den wenigen Andern, welche sich für sie interessirten, war sie mehr ein Gegenstand der Liebhaberei, und sie wurde von ihnen auch in dieser Weise oder zu speciellen Zwecken in einzelnen Gebieten gepflegt. Das^ eigentliche Bewußtsein über die Bedeutung dieses Wissenszweiges scheint auch E. nicht aufgegangen zu sein, es war eine Neigung, die ihn beherrschte und die später durch orientalische Studien und die reichen, noch bis jetzt so wenig bekannten Schätze der Pariser Bibliothek reiche Nahrung fand. Er fand sich damals in den Gegenden Deutschlands, vie er bereiste, und noch mehr später in Frankreich in diesem Fache ganz alleinstehend, und dieses Gefühl des Meinwisseus, das nicht von einem eigentlich objektiven wissenschaftlichen Drange begleitet gewesen zu sein scheint, mag eine rigenthümliche Wirkung auf ihn hervorgebracht haben, die sich in späten: kleinen Schriften bald zeigte. Er gewöhnte sich daran, da er keinen Richter über sich zu finden glaubte, seine Kombinationen und Vernutthungen als sicher zu betrachten, sie am Ende gar als Thatsachen hinzustellen, und die Granzlinie zwischen diesem Verfahren und dem Erdichten eines Einschiebsels ist so fein, daß sie nur zu leicht übersprungen wird. Disse kleinen Schriften sind nicht weit bekannt geworden, und man war in Deutschland nicht aufmerksam auf sie, bis die rasche Bewegung der deutschen jüdischen Blatter Herrn Carmoly auch veranlaßt, in ihnen, der a. Z. d. I., den Annalen, dem Zion und dem Oriente historische, biographische und litteransche Mittheilungen zu machen und dabei gelegentlich auf seine frühern Schriften zu verweisen. Unterdessen war die jüdische Litteraturgeschichte herangereist Und hatte einen Kreis von ernsten Freunden gefunden; die Belehrungen Carmoly's, die von großer Belesenheit und umfassender Kenmniß zeugten, zuweilen aber auch Auffallendes brachten, erregten Aufmerksamkeit und veranlaßen zu sorgfältiger Untersuchung. Da regte sich erst leise, dann lauter der Verdacht, daß man es bei diesen Belehrungen nicht immer mit verbürgten Thatsachen zu rhun habe; Lebrecht, Munk, Napaport, Zunz äußerten Dies, und ich selbst gehörte nicht Züd. Jeitschr. V. Bd. 32