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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 3 · p. Seite 454

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 3
Article
Jüdische Zeitschriften
Date
1844-01-01
Page
Seite 454 (sequence 9)
Language
German
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Nachrichten. E .dennoch zu verwehen beginnt, bis jetzt steht die Macht noch fest, und der protestantische Cultuö erhält sich, und zwar unter einem protestantischen Könige, kümmerlich. Was soll aus der geringen .Anzahl-der Juden, die ihrem Ursprung nach halb deutsch halb holländisch sind, nun französisch der Sprache nach, belgisch dem Staate nach sein sollen. Tüchtiges hervorgehen können? Und dennoch — wer sollte nicht staunen? — Belgien besitzt eine jüdische .Zeitschrift; denn seit dem Januar 1^41 erscheint dort, in zwar ziemlich langen, oft vierteljährigen und darüber hinausgehenden Zwischenräumen, eine Monatschrist: üovue orientale von Herrn .L. Lurmolx, früherem Oberrabbiner, jetzt Privatgelehrten in Brus- .scl. Sieht man aber genauer zu, so ist diese Zeitschrift in der That keine belgische, sondern eine allgemeine und lediglich in der Person des Herausgebers beruhende. Sie ist hauptsächlich der jüdischen Geschichte und Literaturgeschichte gewidmet, und Belgien kommt da höchstens unter andern Ländern auch vor, und der Zweck dieser Untersuchungen ist nicht, um das geschichtliche Leben des Judenthums flüssig zu machen, die Gegenwart aus ihrer Starrheit zu befreien, sie gleichfalls zu einem sprudelnden Quelle umzuschast sen, vielmehr ist er ein rein gelehrter, dem das Wissen um diese Dinge höchster und genügender Zweck ist; diese Tendenz der Zeitschrift ist nicht etwa die in Veglien herrschende — sie zählt fast keinen Mitarbeiter als den Herausgeber — und ebensowenig berechnet, auf Belgien einzuwirken, sie ist vielmehr die persönliche des Herrn Carmoly, der seiner Geburt nach dem deutschen Theile Frankreich's angehörend, in Deutschland thalmudisches Wissen sich aneignend, dann in Frankreich sich ausbildend, durch seine Anstellung Ln Brüssel dort seinen Aufenthalt nahm. Wenn nun diese Zeitschrift weder einem Lande an gehört noch dessen Richtung und Bestrebungen ab spiegelt,-sondern ausschließliches geistiges Eigenthum des Herausgebers ist und in dessen Gesinnungen und wissenschaftlichen. Neigungen wurzelt, so muH das UrLheil über sie auch nothwendig sich enger an dessen Persönlichkeit anschließen. Bereits in den zwanziger. Jahren -— ich kann das Lahr nicht genau angeben, da ich das Buch nicht vorliegen habe— zeigte Herr Carmoly ebenso rühmlichen Eifer wie Lust und auSgebildete Kenntniß in der Mischen Gelehrtengeschichte, indem er das erste Mt. eines

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