Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 453 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichten., 453 Beharrlichkeit in verlebten Grundsätzen ebensowohl kn bedrohliche Verwickelungen wie in geistige Versumpfung; seine Gelehrsamkeit bleibt, soweit sie noch gepflegt wird, bei jener ästhetischen, polyhistorischen Behandlttngsweiie, wie sie in seiner Blüthezeit Bedeutung hatte, ohne aber zu wahrer geistiger Erfassung vorzudringen, und sein ealvinischer Protestantismus geht in den Fesseln der Dodrechter Synode einher. So sind denn auch die Niederlande Ln Beziehung auf Juden, trotz der schon lauge bestehenden bürgerlichen Freiheit, trotz einem schönen wissenschaftlichen Nachwuchse auS der spanischen Richtung im 17len Jahrh., trotz der großen Anzahl der dort lebenden Juden, die wahre Ablagerung aller Vorurtheile geblieben, und man bewegt sich dort, bei möglichster bürgerlicher Freiheit, innerhalb der engsten religiösen Gränzen. Die Jqarboeken gingen ein, eine neue Zeitschrift kann nicht aufkommen. Ein neues Blatt: de Israelit brachte es nicht über vier Nummern (vergl. A. Z. d. 2. 1843 Nr. 52 S. 762) *). Doch ist eS nicht möglich, daß diese Masse in einem civilisirten Lande noch lange dem Lodten Mechanismus oder , dem nicht minder lobten Jndifferentismus verfallen bleibe! - Zu welchen Hoffnungen für geistige Bewegung unter den Juden der. jüngste europäische Staat berechtigt, läßt sich leicht auS den übrigen Zuständen desselben ermessen. Belgien ist unter den freien Staaten noch das elastische Land des Katholicismus, yöch ist die Geistlichkeit, und zwar eine fanatische und klösterlich unwissende, im Besitze der geistigen Herrschaft, mit den Mitteln versehen, in die weichen Gemüther der Jugend die Lehren einzugraben, die sie auch als reife Männer unter ihr Joch beugen sollen; katholische Schulen und katholische Universitäten unter der Leitung der Bischöfe, der iröres iZnoratms und der Jesuiten stehen dort in üppiger ' Blüthe, und wenn auch der Hauch der Freiheit die giftigen Dünste *) Wahrscheinlich ist dies dasselbe mit dem im Orient 1844 Lbl. Nr. 5 im Briefkasten erwähnten lllsraöUte NarlanäoiZ, das unter der Nedaetion des Herrn Belinfante im Haag erscheinen sott; Herr Belinf. bedient sich zu seiner Correspondsnz mit dem Auslände wohl der bekannteren französischen Sprache, in die er auch den Titel seines Blatteübersetzte, und die Notiz scheint eine verspätete zu sein.